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News / PR-Rat rügt Mattel und Dojo
DRPR-Chef Lars Rademacher (Foto: Martin Wessner)
08.05.2019   News
PR-Rat rügt Mattel und Dojo
Der Deutsche Rat für Public Relations unter Führung von Lars Rademacher (Foto) rügt die Spielzeugfirma Mattel und deren Agentur Dojo wegen "Verbreitung einer bewussten Falschmeldung".
Anlass der Rüge: Um Aufmerksamkeit für den Spieleklassiker Scrabble zu wecken, hatten Mattel und die Berliner Werbeagentur Dojo im Herbst 2018 eine Meldung verbreitet, dass das Spiel künftig "Buchstaben-Yolo" heißen solle. Laut DRPR begründeten sie dies damit, dass das Brettspiel zu seinem 70. Geburtstag einen zeitgemäßen Namen bekäme. Am 27. September 2018 löste Mattel auf: "Scrabble heißt nicht Buchstaben-Yolo".

Grund für die Rüge: Mit ihrem "Scrabble"-Fake haben Mattel und Dojo nach Angaben der von Lars Rademacher geführten Ethikwächter gegen Abschnitt 9 des Kommunikationskodex verstoßen, der zur Wahrhaftigkeit verpflichtet. Wissentlich falsche oder irreführende Informationen zu verbreiten, ist demnach nicht erlaubt. Bei der Kampagne habe es sich um eine vorsätzlich zu Werbezwecken aufgesetzte Falschmeldung gehandelt. Zwar habe das Ziel primär in der Gewinnung von Aufmerksamkeit bestanden, nicht in der Irreführung. "Aber Fake-News bleiben Fake-News", urteilt der DRPR, "auch wenn sie humorvoll intendiert sind und kommuniziert werden".

Die PR-Verantwortlichen bei Mattel halten die Rüge indes nicht für gerechtfertigt. Anne Polsak, Pressesprecherin bei Mattel Deutschland, verweist unter anderem auf die überspitzten Formulierungen der damaligen Kampagne. Auch die Verwendung des im Herbst 2018 schon wieder veralteten Jugendwortes des Jahres 2012 "Yolo" ("You only live once") und der Online-Werbespot mit dem Rapper MC Fitti hätten dem Adressatenkreis klar machen können, dass Mattel Scrabble nicht von heute auf morgen auf jugendlich trimmen wollte. Das drei Tage später veröffentlichte Auflösungsvideo "Scrabble bleibt Scrabble" habe zudem gezeigt, dass sich die Marketingverantwortlichen mit der Aktion auch selbst auf die Schippe genommen hätten. Fazit von Polsak: "Aus unserer Sicht hat es sich bei unserer Kampagne keineswegs um Fake News gehandelt. Ungeachtet dessen nehmen wir die Rüge ernst und werden bei nächsten Kampagnen an sie denken."

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