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News / Der Insta-Boss
(Foto: https://www.instagram.com/oliver_baete)
12.04.2019   Wissen & Praxis
Der Insta-Boss
Auch Allianz-Vorsteher Oliver Bäte versucht sich als „Social CEO“: Als erster Dax-Chef lässt er sich auf Instagram inszenieren. (Zum Anlesen aus unserem Print-Magazin)
Das Leben des Oliver Bäte scheint nicht besonders aufregend zu sein. Zumindest wenn man sich das Instagram-Profil des Allianz-Chefs anschaut. Mehr als 30 Schnappschüsse und ein paar Clips gibt es dort zu sehen. Dadurch erfahren wir, dass Bäte von einem penibel zurechtgemachten Eck-Büro in den Englischen Garten in München blickt. Gebäude- und Stadtansichten zeigen, dass er nach London, Mailand, Barcelona und Berlin jettet. Ab und an posiert er mit Mitarbeitern, die sehr freundlich in die Linse gucken. Und manchmal stellt er einige von ihnen mit Bild und persönlichen Worten näher vor.
 
Gezeigt wird auch Bätes Auftritt im TV-Studio von CNBC und die Box, in der die Allianz-Manager während der Vorstandssitzung ihre Mobiltelefone parken. Auf einem Foto vom Weltwirtschaftsforum in Davos wechselt er auf Schneeschuhe um. Immerhin ein wenig Schlüssellochperspektive und Blick hinter die Kulissen.
 
Auch das Oktoberfest war Bäte einen Beitrag wert: „It’s Wiesn time!“ Doch statt einem feucht-fröhlichen Selfie gab es nur die abfotografierte Aufnahme eines Festzelts aus einem historischen Bildband. Ersteres wäre für einen Dax-Vorstandsvorsitzenden ziemlich unschicklich. Doch das Foto eines Fotos bringt den insgesamt zurückhaltenden Instagram-Auftritt von Bäte gut auf den Punkt.
 
Seit Ende September vergangenen Jahres wird der Allianz-Chef auf der Foto- und Videoplattform präsentiert. Bäte ist nicht nur oberster Vorsteher, sondern auch – so das ihm medial mehrfach aufgeklebte Etikett – Verunsicherer des größten Versicherers Europas. Der 54-Jährige will vieles neu und anders machen bei der knapp 130 Jahre alten Traditionsgesellschaft aus München, von der Spötter behaupten, deren Mitarbeiter würden stets mit Hosenträgern und Gürtel zur Arbeit erscheinen, um jedes Risiko zu vermeiden.
 
Dabei geht Bäte, das ist immer wieder zu lesen und zu hören, nicht nur recht rabiat ans Modernisierungswerk, was bei Teilen der Belegschaft für Unmut sorgt. Auch in Sachen Kommunikation wird er immer wieder auffällig: rote Turnschuhe bei der Hauptversammlung, Militärübung bei einer Führungskräftetagung, Interview mit dem Videojournalisten Tilo Jung – und seit einem halben Jahr nun Instagram. „Es war der persönliche Wunsch von Herrn Bäte, Instagram zu nutzen“, sagt Petra Brandes, Newsroom-Chefin der Allianz. „Vor allem, weil er stärker den Kontakt der Allianz zu jungen Leuten und Frauen herstellen wollte und er selbst als Konsument ein Faible für visuelle Kommunikation hat.“
 
Tipp: Wie erfolgreich Bäte auf Instagram ist und warum Linkedin derzeit als der geeignetere Kanal für den Allianz-Chef ist, lesen Sie in einer ausführlichen Analyse im PR Report 2/2019.

 

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