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Wigan Salazar testet, wie sein Gehirn auf Influencer Content reagiert
20.03.2019   Menschen
5 Gründe, warum sich ein SXSW-Besuch lohnt
Unser Gastautor Wigan Salazar berichtet, was ihn an der Digitalkonferenz SXSW (gesprochen South by Southwest) in Austin begeistert hat. Für ihn ist das Tech-Festival die ideale PR-Konferenz.
Eines vorweg: Ich bin als SXSW-Debütant nach Texas geflogen, also dürfte mir die Abgeklärtheit des Konferenzveteranen abgehen.  
 
1. Die entspannteste Atmosphäre für Networking
Gerade für PR- und Kommunikationsmenschen ist die SXSW die ideale Konferenz. Das fängt mit dem Networking an. Ich kenne keine Konferenz, bei denen Kontakte so entspannt geknüpft und das Networking so selbstverständlich vor sich geht. Nicht nur unter den Deutschen im Ausland, sondern auch international. Diese besondere Atmosphäre wird ganz gut in dem fast überstrapazierten SXSW-Begriff der „serendipity“ (am besten vielleicht mit „glücklicher Fügung“ übersetzt) beschrieben. Tatsächlich lebt die Konferenz von den vielen zufälligen Begegnungen – zum Beispiel von den Menschen, die einen überzeugen, doch zu einem anderen Panel zu gehen.  
 
2. Es geht um die "Relations" 
Wo wir beim Hauptthema der Konferenz sind. Bei aller fast überfordernden Vielfalt an Panels: Selbstverständlich dreht sich die SXSW um unsere digitale Zukunft. Auffällig war aber, dass es in der Hauptsache nie darum ging, was Technologie kann, sondern wie sie sich auf die Menschen und auf die Beziehungen zwischen Menschen – also den klassischen „Relations“-Teil unseres Berufs – auswirkt. Auf die Kommunikation übersetzt heißt dies: Natürlich spielt Automatisierung eine Rolle, beispielsweise in der Bilanzberichterstattung oder im lokalen Sport, wie in einem Panel zur Künstlichen Intelligenz im Journalismus ausgeführt wurde. Noch wichtiger aber war, zu verhandeln, welchen Wert menschliche Interaktionen nach wie vor im Verhältnis zu Mittlern spielen – also um Public Relations im klassischen Sinn.
 
3. KI wird detailliert diskutiert
Kaum ein Stichwort ist so oft zu hören gewesen wie die Rolle von Künstlicher Intelligenz. Sei es die Rolle von KI im Journalismus oder für das Social Scoring in China – an diesem Thema führte auf der SXSW kein Weg vorbei. Interessant war, wie die Details diskutiert wurden. Für die Datenjournalismus-Professorin Meredith Broussard beispielsweise ist klar, dass alles, was einer nuancierten Analyse oder Betrachtung bedarf, ungeeignet ist für Automatisierung. Ein Hoffnungsschimmer für Qualitätsjournalismus und für Kommunikatoren? Auf alle Fälle! Meiner Meinung nach müssen wir uns aber als Branche noch stärker mit den Chancen und Grenzen der KI auseinandersetzen. 
 
4. Ohne Politik kann Tech nicht mehr gedacht werden
Alleine die Gästelist ließ aufhorchen. Starbucks-Gründer und unabhängiger Präsidentschaftskandidat Howard Schultz oder demokratische Präsidentschaftskandidaten wie Elisabeth Warren: an politischer Prominenz mangelte es bei der SXSW nicht. Die politische Relevanz schien auch bei der deutschen Politik angekommen zu sein. So ließ es sich die deutsche Digital-Staatsministerin Dorothee Bär nicht nehmen, diverse SXSW-Termine zu machen. Jenseits der Politprominenz wurde auch deutlich, dass die Konsequenzen der Digitalisierung immer politischer diskutiert werden. Für Kommunikatoren ist das hoch interessant, denn diese Debatte muss strategisch und nuanciert geführt werden – eine klassische PR-Aufgabe. Auf der SXSW wurde mehr als deutlich, dass Marken und Technologie heutzutage nicht mehr ohne Politik gedacht werden können.
 
5. Keine Angst vor Militär und Geheimdiensten
Sehr erfrischend fand ich, dass über die Beiträge des Militärs und der Geheimdienste zu Technologie und Kommunikation gesprochen wurde. Die Referenten aus diesem Feld waren nicht nur eingeladen, sondern auch willkommen – die Fragen aus dem Publikum waren entspannt und nicht konfrontativ. Eine offene Kultur des Austausches, wie ich sie mir auch für deutsche Konferenzen wünschen würde. Wobei: Ein bisschen mehr Storytelling – oder zumindest ein Bewusstsein für die richtigen Botschaften – würde ich den deutschen Geheimdiensten schon noch wünschen.

Wigan Salazar ist CEO von MSL in Deutschland

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