Please wait...
News / Warum PR-Profis digitale Medien überschätzen
15.03.2019   News
Warum PR-Profis digitale Medien überschätzen
Vier von fünf PR-Profis (79 Prozent) halten Soziale Medien für den besten Weg, um eine maximale Anzahl an Konsumenten zu erreichen. Eine Studie von Faktenkontor und News Aktuell kommt zu einem anderen Ergebnis.
Tatsächlich beziehen nur 44 Prozent der volljährigen Deutschen Nachrichten, Unterhaltendes und Produktinformationen aus dem Social Web. Die größte Breitenwirkung zeigt weiterhin das Fernsehen, über das sich 86 Prozent der Deutschen informieren.

Das zeigt die Studie "Wege zum Verbraucher 2020" der Hamburger Agentur Faktenkontor in Kooperation mit dem Marktforscher Toluna und der dpa-Tochter News Aktuell.

Auf Rang zwei sehen PR-Profis redaktionelle Internetmedien wie Spiegel Online: 77 Prozent sehen sie als bevorzugten Kanal, wenn es darum geht, möglichst viele Verbraucher zu erreichen. Das sehen diese allerdings anders, lediglich 47 Prozent der Bundesbürger geben an, dass Informationen sie über Onlinemedien erreichen.
 
Auch bei anderen Kanälen gilt: Die Profis unterschätzen die Reputation der klassischen Medien. So sehen nur noch 45 Prozent der Experten für Public Relations gedruckte Zeitungen als massentauglichen Informationsweg an - obwohl sie weiterhin 59 Prozent der Bevölkerung als relevante Quelle dienen.


Faktenkontor-Chef Roland Heintze deutet die Ergebnisse der Studie als Zeichen einer Überreaktion in der PR-Branche: "Lange Zeit haben wir die digitalen Medien sträflich vernachlässigt". Jetzt versuche die PR-Branche, diesen Fehler wieder gut zu machen - und schieße dabei über das Ziel hinaus. "Eine erfolgreiche Kommunikationsstrategie hat sowohl klassische als auch digitale Medien im Blick. Über welchen Kanal welche Informationen gesendet werden, entscheidet sich ausschließlich anhand der Zielgruppe", sagt Heintze.

Die Studie stellt die Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage unter 2.000 Deutschen ab 18 Jahren denen einer Expertenbefragung von 265 Mitarbeitern aus PR-Agenturen und Pressestellen verschiedener Unternehmen gegenüber.

Exklusive und aktuelle Nachrichten aus der Kommunikationsszene gibt es jeden Mittwoch und Freitag in unserem Newsletter. Kostenlos abonnieren unter http://www.prreport.de/newsletter/ 

Magazin & Werkstatt