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09.10.2014   News
Nur einer von sechs kennt den Kommunikationskodex
 
Mit 62 Prozent Bekanntheitsgrad unter den Befragten ist der Code de Lisbonne im Bewusstsein deutscher PR-Profis am präsentierten. Das ergab eine Umfrage der Hamburger PR-Agentur ad publica. Den neuen Deutschen Kommunikationskodex dagegen kennen lediglich 16 Prozent.

Dieses Ergebnis ist wegen der geringen Zahl der Umfrageteilnehmer zwar nicht repräsentativ, deutet aber darauf hin, dass der von den großen PR-Verbänden im November 2012 verabschiedete Kodex noch keine allgemeine Anerkennung gefunden hat. Er sollte die bisherigen Kodizes der Branche präzisieren, ergänzen und modernisieren, scheint aber noch auf seine Durchsetzung zu warten.

Hinzu kommt, dass eine große Zahl der Befragten die Kodizes nur namentlich kennen, nicht aber deren Inhalt. Einzige Ausnahme bilden hier die Sieben Selbstverpflichtungen, die mit 93 Prozent überdurchschnittlich viele kennen.

Auch ein Vergleich über die Jahre zeigt, dass die Bekanntheit des Code de Lisbonne grundsätzlich gestiegen ist, von 35 Prozent im Jahr 2001 bis zu 62 Prozent im Jahr 2014. 2010 kannten sogar 79 Prozent der Befragten den Code de Lisbonne.

Verstöße gegen den Code

Obwohl Artikel 10 des Code de Lisbonne festlegt, dass vertraglich garantierte Erfolge verboten sind, geben 37 Prozent der Befragten an, dass ihrer Firma schon einmal ein PR-Angebot gemacht wurde, das vertraglich garantierte Erfolge beinhaltete. Nach 23 Prozent in 2001, 36 Prozent in 2005 und 26 Prozent in 2010 nimmt die Anzahl der Angebote mit garantierten Erfolgen also wieder zu, obwohl die Mehrheit der Branche diese ablehnt: 76 Prozent der Befragten finden es sinnvoll, dass vertraglich garantierte Erfolge nicht erlaubt sind. Waren es 2001 noch 73 Prozent, fanden es 2005 nur 55 Prozent und 2010 sogar nur 53 Prozent sinnvoll. In 2014 ist mit 76 Prozent wieder ein klarer Anstieg erkennbar.

Die Teilnehmer der Studie wurden auch gefragt, ob sie innerhalb einer PR-Aktion schon einmal Blogger "incentiviert" haben, damit sie einen Artikel verfassen, ohne dies als Kooperation kenntlich zu machen. 79 Prozent der Befragten antworteten mit Nein, 16 Prozent geben an, dass sie bereits die Arbeit von Bloggern honoriert haben. 76 Prozent halten die "Incentivierung" von Bloggern für einen klaren Verstoß gegen den Kodex, nur 19 Prozent sehen hier keinen Verstoß.

Halten sich PR-Berater an die in Art. 5 des Code de Lisbonne geforderte Zurückhaltung bei der Eigenwerbung? Das sieht lediglich rund ein Drittel der Befragten so, knapp zwei Drittel antworteten auf diese Frage mit "nein" oder "eher nein".  

Link zur Studie

Die Hamburger PR-Agentur ad publica hat in diesem Jahr knapp 1.000 Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit in Agenturen und Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen zum Ehrenkodex "Code de Lisbonne" befragt, mit einer Rücklaufquote von 8,3 Prozent.


 

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