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News / So hart muss Holtzbrinck sparen
Beat Balzli (Foto: Claudius Pflug)
06.02.2019   News
So hart muss Holtzbrinck sparen
Die Handelsblatt Media Group legt ein eisernes Sparpaket auf. Wie der „Wirtschaftsjournalist“ erfuhr, sollen bei der „Wirtschaftswoche“ bis zu zehn der rund 100 Stellen wegfallen. Außerdem soll das Magazin eine Million Euro einsparen.
Im Dezember habe Chefredakteur Beat Balzli bereits aus Kostengründen acht redaktionelle Seiten aus dem Programm nehmen müssen, um einen Heftumfang von hundert Seiten nicht zu überschreiten, schreibt das Branchenmagazin "Wirtschaftsjournalist", das wie der PR Report im Medienfachverlag Oberauer erscheint. Die "Wirtschaftswoche" hatte im vierten Quartal 2018 eine verkaufte Auflage von 122.000 Exemplaren (Quelle: IVW).
 
Ferner hat der "Wirtschaftsjournalist" aus Unternehmenskreisen erfahren, dass Handelsblatt Today (ehemals Global Edition) offenbar auf der Kippe stehen soll. Mit dem im September 2014 erstmals in Englisch erscheinenden Dienst wollte der damalige Chefredakteur und Geschäftsführer Gabor Steingart die Wirtschafts- und Finanzzeitung auf ein internationales Niveau hieven. In einem Interview mit dem "Wirtschaftsjournalist" hatte "Handelsblatt"-Chefredakteur Sven Afhüppe gesagt, der neuerdings "Handelsblatt Today" genannte Dienst werde unter Chefredakteur Andreas Kluth "neu ausgerichtet".
 
Das "Handelsblatt" musste dem "Wirtschaftsjournalist" zufolge im Januar einen seit Monaten geplanten Relaunch absagen. Gegenüber kress.de (erscheint auch im Verlag Oberauer) sagte Chefredakteur Afhüppe zu der Maßnahme: "Der Relaunch ist nur verschoben. Es gibt keinen Stopp." Die Konzernführung des Mutterkonzerns um den Verleger Dieter von Holtzbrinck habe auf einen gemeinsamen Relaunch von Print und Online gedrungen. Die Agentur aus der Schweiz habe aber nur eine Runderneuerung des Erscheinungsbildes der Tageszeitung ausgearbeitet gehabt, so Afhüppe. Seinen Angaben zufolge soll der Relaunch Ende Juni / Anfang Juli erfolgen.   
 
Verkauft werden soll das Magazin "Edison", das sowohl als Nachrichtenportal im Internet als auch als alle zwei Monate erscheinendes Magazin besteht. Die Fachzeitschrift rund um die Themen Elektromobilität, erneuerbare Energien und vernetzte Welt soll in einem Management-Buyout der bisherige Chefredakteur Franz W. Rother übernehmen, berichtet der "Wirtschaftsjournalist" weiter. Dem Vernehmen nach will Rother mit seinem fünfköpfigen Team weiter machen. 
 
Bei der Handelsblatt Media Group hieß es auf kress.de-Anfrage zu dem Bericht des "Wirtschaftsjournalist": "Wir bitten um Verständnis, dass wir Überlegungen zu einzelnen Produkten erst dann kommunizieren, wenn diese final feststehen." Das "Handelsblatt" und die "Wirtschaftswoche" gehören wie der "Tagesspiegel" und die "Zeit" zur DvH Medien GmbH von Dieter von Holtzbrinck. 
 
Tipp: Mehr zu den Sparmaßnahmen, zu denen die Handelsblatt Media Group jetzt greift, im "Wirtschaftsjournalist" 1/2019, der jetzt erscheint. Den aktuellen "Wirtschaftsjournalist" können Sie in unserem Shop oder im iKiosk bestellen. Zum Abo geht es hier entlang. 
 

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