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Wigan Salazar (c) MSL
18.09.2019   Karriere
Das größte Defizit? "Telefonieren!"
Woran erkennt man einen schlechten Chef? Welche Fehler sollten Talente vermeiden? An welchen Defiziten arbeiten? In unserer Serie gibt es Rat von renommierten PR-Profis. Diesmal: Wigan Salazar, CEO von MSL in Deutschland.
Wenn ich heute 25 Jahre alt wäre, würde ich ...
…das Gleiche tun wie damals mit 25: Nach dem ersten Einstieg in den Beruf zurück an die Universität gehen und in Vollzeit promovieren.

Nach welchen Kriterien sollte man seinen ersten Arbeitgeber auswählen?
Man sollte nicht den bequemen Weg wählen, sondern dahin gehen, wo man gefordert wird, lernt, und eine große Vielfalt an Aufgaben bekommt – also zum Beispiel in eine Agentur. Wichtig ist dabei auch die Reputation des Arbeitgebers – handelt es sich um eine „gute Adresse“, die einen für weitere Stationen qualifiziert?

Der größte Fehler, den Berufsanfänger/Young Professionals in der Kommunikation machen können, ist ...
… sich von Anfang an für Top-Strategen zu halten und die einfachen Tätigkeiten zu meiden. Erstens kommt das denkbar schlecht an und zweitens ist ein Stratege, der nie etwas umgesetzt hat, nichts anderes als ein Theoretiker.

Ein Mitarbeiter begeistert Sie, wenn ...
... sie oder er hart arbeitet, gute, eigene Ideen einbringt sowie diese auch artikulieren und begründen kann. 

Mit Blick auf den Nachwuchs/Young Professionals: Wo/bei welchen Kompetenzen sehen Sie die größten Defizite?
Telefonieren! Zu viele Young Professionals wollen alles per Mail erledigen. Es geht aber nichts über den persönlichen Kontakt. Außerdem ist es unser Job, Menschen zu überzeugen: von Geschichten, Terminen, Themen. Dafür brauchen wir den direkten Kontakt – also Menschen treffen und viel telefonieren. Manche scheinen schlicht keine Lust zu haben, einen Journalisten oder ein Bundestagsbüro anzurufen. Ich möchte auf die Frage „Habt ihr mit ihm gesprochen?“ nie wieder die Antwort „Wir haben ihn kontaktiert.“ (= zaghaft angemailt) hören.

Welche Kompetenzen brauchen moderne Kommunikatoren unbedingt?
Die klassischen Kompetenzen bleiben wichtig: beobachten, zuhören, einordnen, Orientierung bieten. Und eine Geschichte erzählen oder inszenieren können, sei es schriftlich oder visuell.

Welche Kompetenzen haben im Vergleich zu vor zehn Jahren an Bedeutung verloren?
Was die Kernkompetenzen angeht, hat sich nicht viel verändert. Man muss halt nicht mehr unbedingt wissen, wie ein Faxgerät funktioniert.

Welche Kompetenzen kommen in der Kommunikation niemals aus der Mode?
Wie bereits gesagt: beobachten, zuhören, einordnen, Orientierung bieten.

Digitale Kompetenzen braucht heute jeder. Was heißt Digitalkompetenz eigentlich konkret?
Digitale Kompetenz heißt, dass man die digitalen Plattformen wie Instagram und Twitter nicht nur vom Beobachten, sondern aus dem eigenen Erleben kennt. Wer nichts ausprobiert, kann auch wenig beurteilen und schon gar nicht beraten.

Müssen moderne Kommunikationsprofis (künftig) programmieren können?
Nein, das macht irgendwann die Künstliche Intelligenz für einen. Aber vermutlich werden ein paar Grundkenntnisse auch in Zukunft nicht schaden.

Welche Aufgaben in der Kommunikation werden künftig von Maschinen/Künstlicher Intelligenz erfüllt?
Verteiler, Monitorings, Medienanalysen. Hoffentlich.

Eine Fähigkeit, die ein moderner Kommunikator unbedingt braucht, aber an der Universität nicht lernt …
Keine der Fähigkeiten, die ein moderner Kommunikator braucht, lernt man an der Universität. Außer natürlich, sich und seiner Arbeit über eine gewisse Dauer eine Struktur zu geben. Das ist ja das Schöne: Es ist unerheblich, was man studiert. Deutlich wichtiger sind eine breite Bildung und Neugierde.

Einen schlechten Chef erkennt man...
… daran, dass sie oder er sich in den Mittelpunkt stellt und Lob einheimst, das eigentlich dem Team gehört. Als Führungsperson muss man für das Team arbeiten, nicht umgekehrt. Zudem müssen Chefs den Überblick behalten und auch fachlich beurteilen können, was ihre Teams machen. 


Tipp: Seien Sie dabei beim großen PR Report Camp in Berlin!

Spannende Top-Cases, kontroverse Debatten und mit rund 1.000 Teilnehmern ein volles Haus: Beim PR Report Camp 2018 war Feuer unterm Dach. So soll es auch bei der dritten Auflage sein: Erneut ist das Camp der Auftakt für die PR Report Awards. Am 14. November 2019 bieten wir im Kosmos in Berlin wieder ein abwechslungsreiches Tagesprogramm, bevor am Abend der renommierte Branchenpreis zum 17. Mal verliehen wird.
 
Wir zeigen, was Deutschlands Kommunikationsprofis leisten: 25 Top-Cases, eine Auswahl der besten Projekte des Jahres – präsentiert von den Machern, die dabei wieder um den Publikumspreis pitchen. Ihre Stimme zählt also!
 
Auch das Finale unserer Nachwuchsinitiative #30u30 gibt es live. In Zweier-Teams geht es um die Trophäen in der Kategorie „Young Professional des Jahres“. Zudem zeigen wir in verschiedenen Workshops, wie moderne Kommunikation funktioniert.
 
Beim Karriereforum treffen Young Professionals und Studierende auf potenzielle Arbeitgeber. Namhafte Unternehmen und Agenturen stellen sich dort vor und freuen sich auf den persönlichen Austausch. Dabei sind: 365 Sherpas, Brunswick, Commerzbank, DAPR, Deekeling Arndt, Deutsche Börse, Fink & Fuchs, Fischer-Appelt, Hill + Knowlton, IST, Klenk & Hoursch, Kommpas­sion, Laika, Loesch Hund Liepold, Pioneer, Rewe, Scholz & Friends. Also auf nach Berlin!
 
Tickets und Infos: prreportcamp.de

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