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Matthias Wesselmann
07.10.2019   Karriere
"Jeder braucht ein Grundverständnis vom Programmieren"
Woran erkennt man einen schlechten Chef? Welche Fehler sollten Talente vermeiden? An welchen Defiziten arbeiten? In unserer Serie gibt es Rat von renommierten PR-Profis. Diesmal: Matthias Wesselmann, Vorstand bei Fischer-Appelt.
Wenn ich heute 25 Jahre alt wäre, würde ich ... 
... ein interdisziplinäres Studium beginnen, richtig Programmieren lernen und möglichst viel ausprobieren.
 
Nach welchen Kriterien sollte man seinen ersten Arbeitgeber auswählen?
Wichtig ist, dass "die Chemie stimmt" mit einer positiven Antwort auf die Frage: “Kann ich mir vorstellen, jeden Tag hier zu sein und mit den zukünftigen Kollegen zusammenzuarbeiten?” Man sollte darauf achten, dass einem die Möglichkeit gegeben wird, in unterschiedliche Bereiche reinschnuppern und sich weiterentwickeln zu können.

Der größte Fehler, den Berufsanfänger/Young Professionals in der Kommunikation machen können, ist ...
Angst vor Veränderung und fehlende Neugier sind sicherlich keine guten Voraussetzungen für einen Job in unserer Branche. Auch fehlende Eigeninitiative kann ein Hemmschuh in der persönlichen Entwicklung sein.
 
Ein Mitarbeiter begeistert sie, wenn ...
Ich mag mutige Menschen, die etwas machen und sich bei Misserfolg lieber für einen Fehler entschuldigen als sich zu ärgern, es gar nicht erst versucht zu haben. So lernt man am Ende und kommt schnell weiter. Ich bin ein großer Fan von Hands-on-Mentalität, dafür muss man auch mal Scheitern in Kauf nehmen.
 
Mit Blick auf den Nachwuchs/Young Professionals: Wo/bei welchen Kompetenzen sehen Sie die größten Defizite?
Unser Berufsfeld entwickelt sich gerade sehr stark in Richtung Technologie - je größer das technologische Verständnis für Software, Anwendungen, Algorithmen und Code ist, desto besser ist man gerüstet. Von Defizit würde ich nicht sprechen, aber hier sind noch große ungenutzte Potenziale.
 
Welche Kompetenzen brauchen moderne Kommunikatoren unbedingt?
Eine integrierte, kanalübergreifende Denke außerhalb von Silos, bestenfalls im Schulterschluss mit anderen Disziplinen wie Marketing, Vertrieb und Technologie/IT sind für mich wichtige Schlüsselkompetenzen, verbunden mit der Fähigkeit über alle Kanäle hinweg zu denken und Informationen so aufzubereiten, dass sie über unterschiedlichste Plattformen und Touchpoints an die Zielgruppen ausgespielt werden können.
 
Welche Kompetenzen haben im Vergleich zu vor zehn Jahren an Bedeutung verloren?
Ich sehe da wenig, was unbedeutender ist - außer vielleicht die Fähigkeit ein Faxgerät fehlerfrei bedienen zu können.
 
Welche Kompetenzen kommen in der Kommunikation niemals aus der Mode?
Ein gutes Gespür für relevante Themen, diese zu Geschichten zu verarbeiten und die Fähigkeit, damit Menschen zu begeistern.
 
Digitale Kompetenzen braucht heute jeder. Was heißt Digitalkompetenz eigentlich konkret?
Aktuell fokussiert sich die digitale Kompetenz vor allem auf Kanäle. Dabei geht es um die Kenntnis der Funktionsweisen und Mechanismen der Kanäle und die Fähigkeit, diese effizient und effektiv zu nutzen. Auch rechtliche Aspekte der Digitalisierung, wie die DSGVO oder das Leistungsschutzrecht fallen in dieses Kompetenzfeld. In Zukunft wird es sicher noch stärker in das Verständnis von Algorithmen gehen, möglicherweise sogar mit der Fähigkeit, diese selbst programmieren oder anpassen zu können - beispielsweise wenn es um die Weiterentwicklung von künstlicher Intelligenz in der Kommunikation geht.
 
Müssen moderne Kommunikationsprofis (künftig) programmieren können?
Ich glaube, dass jeder heute zumindest ein Grundverständnis vom Programmieren haben sollte - und wenn es nur das Verständnis ist, wie Code aufgebaut ist, wie ein Algorithmus funktioniert und wie sich Machine Learning und KI entwickelt.
 
Welche Aufgaben in der Kommunikation werden künftig von Maschinen/Künstlicher Intelligenz erfüllt?
Alles, was ein Mensch heute schlechter macht als es eine Maschine könnte, wird künftig von Maschinen/KI erledigt.
 
Eine Fähigkeit, die ein moderner Kommunikator unbedingt braucht, aber an der Universität nicht lernt: 
Wie man eine gute Insta-Story aufsetzt.
 
Einen schlechten Chef erkennt man an ...
... Kontrollitis, fehlendem Vertrauen und fehlender Augenhöhe zu den Kollegen.
 
Tipp: Seien Sie dabei beim großen PR Report Camp in Berlin!
 
Spannende Top-Cases, kontroverse Debatten und mit rund 1.000 Teilnehmern ein volles Haus: Beim PR Report Camp 2018 war Feuer unterm Dach. So soll es auch bei der dritten Auflage sein: Erneut ist das Camp der Auftakt für die PR Report Awards. Am 14. November 2019 bieten wir im Kosmos in Berlin wieder ein abwechslungsreiches Tagesprogramm, bevor am Abend der renommierte Branchenpreis zum 17. Mal verliehen wird.
 
Beim Karriereforum treffen Young Professionals und Studierende auf potenzielle Arbeitgeber. Namhafte Unternehmen und Agenturen stellen sich dort vor und freuen sich auf den persönlichen Austausch. Mit dabei sind: 365 Sherpas, Bertelsmann Stiftung, Brunswick, Commerzbank, DAPR, Deekeling Arndt, Deutsche Bahn, Deutsche Bank, Deutsche Börse, Edelman, Fink & Fuchs, Fischer-Appelt, Hill + Knowlton, IST, Klenk & Hoursch, Kommpas­sion, Laika, Loesch Hund Liepold, Lufthansa, Montua Partner, Otto Group, Pioneer, Rewe, Scholz & Friends und Siemens.

Auch sonst gibt es an diesem Tag ein abwechslungsreiches Tagesprogramm:
 
25 Top Cases – das leisten Deutschlands PR-Profis: Eine Auswahl der besten Projekte des Jahres - präsentiert von ihren Machern.
 
PR Report Werkstatt: Es wird gehämmert, geschraubt und gefeilt - verschiedenen Sessions und Workshops der PR Report Werkstatt zeigen, wie moderne PR-Arbeit funktioniert.
 
Das Finale von #30u30: Der Jahrgang von 2019 tritt in Zweierteams im Finale des diesjährigen Wettbewerbs gegeneinander an und kämpft um die Trophäen in der Kategorie "Young Professional des Jahres".
 
Tickets und Infos: prreportcamp.de

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