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Georg Lahme
25.10.2018   Karriere
"Digitalkompetenz von heute ist morgen kalter Kaffee"
Woran erkennt man einen schlechten Chef? Welche Fehler sollten Talente vermeiden? An welchen Defiziten arbeiten? In unserer Serie gibt es Rat von renommierten PR-Profis. Diesmal: Georg Lahme von Klenk & Hoursch.
Wenn ich heute 25 Jahre alt wäre, würde ich ... 
... Gas geben im Studium. Viel Praxis sammeln in unterschiedlichen Unternehmen, NGOs, Agenturen und Themenfeldern. Meine Frau heiraten, früh eine Familie gründen und beruflich auf die Company setzen, bei der ich mich optimal entwickeln kann. Vielleicht vorher noch ein soziales Jahr oder ein Auslandsjahr zwecks Horizonterweiterung und Erdung.
 
Nach welchen Kriterien sollte man seinen ersten Arbeitgeber auswählen?
Sprechen mich die Menschen, die Werte und die Kultur an? Ist das inhaltlich spannend? Macht das Sinn, was die da tun? Wieviel Freiraum habe ich, etwas zu bewegen? Bremsen mich da Hierarchien und Excel-Sheets oder werde ich gefördert, habe ich Freiraum?
 
Der größte Fehler, den Berufsanfänger/Young Professionals in der Kommunikation machen können, ist ...
... Dinge wie schlechte Führung, schlechte Qualität oder Langeweile im Job hinnehmen und zur Gewohnheit werden lassen.
 
Ein Mitarbeiter begeistert sie, wenn ...
... sie/er eine starke eigene Meinung, Interessen und Ideen hat, diese klar, selbstbewusst und unarrogant vertritt und andere dafür anzündet.
 
Mit Blick auf den Nachwuchs/Young Professionals: Wo/bei welchen Kompetenzen sehen Sie die größten Defizite?
Ich schere ungern alle über einen Kamm. So mancher startet mit zu wenig Praxiserfahrung und zu vagen Vorstellungen von den eigenen Zielen in den Job. Da fällt es schwer, Fahrt aufzunehmen.
 
Welche Kompetenzen brauchen moderne Kommunikatoren unbedingt?
Kommunikatoren, gerade diejenigen, die in Agenturen arbeiten, brauchen den richtigen Mix aus Empathie, Teamfähigkeit, Neugier, Kreativität, Ausdrucksstärke, einer schnellen Auffassungsgabe und, ja, Leistungsbereitschaft.
 
Welche Kompetenzen haben im Vergleich zu vor zehn Jahren an Bedeutung verloren?
Faxen.
 
Welche Kompetenzen kommen in der Kommunikation niemals aus der Mode?
Als ich gestartet bin, gehörte den Generalisten die Zukunft. Um ein Kommunikationsproblem zu lösen, muss ich auch heute in der Lage sein, die richtigen Fragen zu stellen, die richtige Strategie zu definieren und ein Team aus den richtigen Experten zum Erfolg zu führen. Dafür brauche ich ein starkes Methodenset und die Kenntnis aller relevanten Tools und Kanäle. Als  Profi muss ich aber auch wissen, wo ich andere einbinde, damit das Ergebnis gut wird.
 
Digitale Kompetenzen braucht heute jeder. Was heißt Digitalkompetenz eigentlich konkret?
Die Digitalkompetenz von heute ist der kalte Kaffee von morgen. Entscheidend ist deshalb die Einstellung: Offenheit, Neugier. Lust, neue Apps und Technologien auszuprobieren. Das zählt.
 
Müssen moderne Kommunikationsprofis (künftig) programmieren können?
Nein, aber sie müssen die Trends, die Bedürfnisse der Zielgruppen, die Möglichkeiten der Technologien verstehen, um zusammen mit den Spezialisten zu guten Lösungen zu kommen.
 
Welche Aufgaben in der Kommunikation werden künftig von Maschinen/Künstlicher Intelligenz erfüllt?
Die Standardantwort auf diese Frage lautete bisher: Alle einfachen, sich wiederholenden Tätigkeiten, die nach Schema F ablaufen. Redaktionelle Texte, die vor allem auf Zahlen und Daten basieren, können schon heute durch Algorithmen geschrieben werden. Ohne dass das Leser bemerken. Aber die neuesten Entwicklungen deuten darauf hin, dass Künstliche Intelligenz auch verstärkt bei kreativen Tätigkeiten unterstützen kann. Am Ende wird der richtige Mix aus Mensch und Maschine entscheidend sein.
 
Eine Fähigkeit, die ein moderner Kommunikator unbedingt braucht, aber an der Universität nicht lernt:
Alle unsere Beraterinnen und Berater haben studiert, die meisten bis zum Master. Die Zeit an der Uni ist eine ganz wichtige, prägende Ausbildungs- und Lebensphase. Bei Projektmanagement und Führungskompetenz ist sicher noch Luft nach oben an den Unis.
 
Einen schlechten Chef erkennt man an ...
Drehen wir das mal um, einen guten Chef erkennt man am Lachen und der Zufriedenheit der Menschen um ihn herum, an der Kultur und den Talenten, die sie/er fördert. Genauso aber an den „Hier“-Rufen, wenn Ideen, Wissen, oder Hände und Arme gefragt sind, und natürlich am langfristigen Erfolg der Teams.
 
Tipp: Seien Sie dabei beim großen PR Report Camp in Berlin!
 
Am 13. November, am Tag der Verleihung der PR Report Awards, bringen wir in der Hauptstadt Young Professionals, Berufseinsteiger und Studenten mit potenziellen Arbeitgebern zusammen. Unser Karriereforum steht unter dem Motto "Was mit PR? Dann aber gleich richtig!"
 
Mit dabei sind Bayer, Bertelsmann, Bosch, Brunswick, Commerzbank, DAPR, Fischer-Appelt, GK Personal- und Unternehmensberatung, Hill + Knowlton Strategies, Klenk & Hoursch, Kommpassion, Loesch Hund Liepold, Pioneer Communications, Porsche, PRCC, Schuhmann Personalberatung und Thyssen-Krupp.

Auch sonst gibt es an diesem Tag ein abwechslungsreiches Tagesprogramm:
 
25 Top Cases – das leisten Deutschlands PR-Profis: Eine Auswahl der besten Projekte des Jahres - präsentiert von ihren Machern.
 
PR Report Werkstatt: Es wird gehämmert, geschraubt und gefeilt - verschiedenen Sessions und Workshops der PR Report Werkstatt zeigen, wie moderne PR-Arbeit funktioniert. Mit dabei sind Weber Shandwick, WhatsBroadcast / MessengerPeople, Mynewsdesk, Lautenbach Sass, Exit, Hill + Knowlton.
 
Das Finale von #30u30: Der Jahrgang von 2018 tritt in Zweierteams im Finale des diesjährigen Wettbewerbs gegeneinander an und kämpft um die Trophäen in der Kategorie "Young Professional des Jahres".
 
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