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02.10.2019   Karriere
"Sozialkompetenz kommt nie aus der Mode"
Woran erkennt man einen schlechten Chef? Welche Fehler sollten Talente vermeiden? An welchen Defiziten arbeiten? In unserer Serie gibt es Rat von renommierten PR-Profis. Diesmal: Annette Siragusano, PR-Chefin der Comdirect.
Wenn ich heute 25 Jahre alt wäre, würde ich ...
... mutig sein, weltoffen und hungrig. Mir so viel anschauen wie möglich. All das prägt später dein Tun. All das schafft die soziale Kompetenz, mit einer sich laufend verändernden Welt umzugehen und dabei sein eigenes Wertegerüst nicht zu verlieren.
 
Nach welchen Kriterien sollte man seinen ersten Arbeitgeber auswählen?
Bei der Entscheidung sollte wichtig sein, wo man am meisten von anderen Leuten oder über Themen lernen kann, viel ausprobieren und schnell Verantwortung übernehmen darf, um selber Erfahrungen zu machen – gute wie schlechte, denn beides gehört dazu.
 
Der größte Fehler, den Berufsanfänger/Young Professionals in der Kommunikation machen können, ist ...
... nicht raus aus einer Komfortzone zu gehen und Neues zu entdecken.
 
Ein Mitarbeiter begeistert sie, wenn ...
... die Person für eine Idee brennt, Verantwortung übernimmt, Menschen involviert und PS auf die Straße bringt.
 
Mit Blick auf den Nachwuchs/Young Professionals: Wo/bei welchen Kompetenzen sehen Sie die größten Defizite?
Keine Defizite. Nur Chancen. Die Zeit war nie besser als jetzt, um spannende & große Dinge auszuprobieren. Und genau dafür braucht es Mut für Neues und Lust auf Veränderung und ein offenes Mindset für ein gutes Miteinander.
 
Welche Kompetenzen brauchen moderne Kommunikatoren unbedingt?
Was Sie schon immer brauchten: Die Gabe, sich einem dynamischen Umfeld anzupassen und sich immer wieder neu zu erfinden.
 
Welche Kompetenzen haben im Vergleich zu vor zehn Jahren an Bedeutung verloren?
Die Kern-Kompetenzen sind gleich, nur setzen wir sie in einer anderen Ausprägung für neue Kanäle ein. Gute Kommunikation bleibt gute Kommunikation.  
 
Welche Kompetenzen kommen in der Kommunikation niemals aus der Mode?
Sozialkompetenz.
 
Digitale Kompetenzen braucht heute jeder. Was heißt Digitalkompetenz eigentlich konkret?
Kompetenz bedeutet ja, eine Fähigkeit einen Sachverstand haben, so der Duden. Dies heißt auch, Dinge zu verstehen und nicht nur davon reden, sondern es selber tun. Wenn ich selbst Dinge nicht nutze, dann wird es schwierig werden, Situationen zu bewerten und Konzepte zu entwickeln. Wie will man einen Sprach-Skill bewerten, wenn man selber dies nicht einsetzt und den Mehrwert erkennt? Wie will man in Krisen mit Shitstorms umgehen, wenn man selbst noch nicht gepostet hat? Digitalkompetenz bedeutet, sich mit der schnellen digitalen Entwicklung kontinuierlich auseinander zu setzen. 
 
Müssen moderne Kommunikationsprofis (künftig) programmieren können?
Fakt ist: Die Geschwindigkeit der Veränderung wird nie wieder so langsam sein wie jetzt. Daher ist es elementar, dass man in der Lage ist, schnell zu lernen, sich flexibel anzupassen und neugierig zu sein. Muss jeder programmieren? Nein.  Sollte jeder ein Verständnis dafür entwickeln? Ja.
 
Welche Aufgaben in der Kommunikation werden künftig von Maschinen/Künstlicher Intelligenz erfüllt?
Die Frage ist immer, was ist standardisierbar, wo entsteht ein effizienterer und besserer Prozess. Vielleicht Konditionsanfragen? Die Komponente „Mensch“ bleibt bei komplexen Sachverhalten erste Wahl.
 
Eine Fähigkeit, die ein moderner Kommunikator unbedingt braucht, aber an der Universität nicht lernt:
Erfahrung.
 
Einen schlechten Chef erkennt man ...
... daran, dass er nie da ist - fürs Team, für Themen, für Review und für neue Ideen. Ein guter Chef/in ist Enabler, Möglichmacher, ist mutig, übernimmt Verantwortung, ist offen für Neues und hilft dem Team beste Entscheidungen zu treffen.
 
Tipp: Seien Sie dabei beim großen PR Report Camp in Berlin!
 
Spannende Top-Cases, kontroverse Debatten und mit rund 1.000 Teilnehmern ein volles Haus: Beim PR Report Camp 2018 war Feuer unterm Dach. So soll es auch bei der dritten Auflage sein: Erneut ist das Camp der Auftakt für die PR Report Awards. Am 14. November 2019 bieten wir im Kosmos in Berlin wieder ein abwechslungsreiches Tagesprogramm, bevor am Abend der renommierte Branchenpreis zum 17. Mal verliehen wird.
 
Beim Karriereforum treffen Young Professionals und Studierende auf potenzielle Arbeitgeber. Namhafte Unternehmen und Agenturen stellen sich dort vor und freuen sich auf den persönlichen Austausch. Mit dabei sind: 365 Sherpas, Bertelsmann Stiftung, Brunswick, Commerzbank, DAPR, Deekeling Arndt, Deutsche Bahn, Deutsche Bank, Deutsche Börse, Edelman, Fink & Fuchs, Fischer-Appelt, Hill + Knowlton, IST, Klenk & Hoursch, Kommpas­sion, Laika, Loesch Hund Liepold, Lufthansa, Montua Partner, Otto Group, Pioneer, Rewe, Scholz & Friends und Siemens.

Auch sonst gibt es an diesem Tag ein abwechslungsreiches Tagesprogramm:
 
25 Top Cases – das leisten Deutschlands PR-Profis: Eine Auswahl der besten Projekte des Jahres - präsentiert von ihren Machern.
 
PR Report Werkstatt: Es wird gehämmert, geschraubt und gefeilt - verschiedenen Sessions und Workshops der PR Report Werkstatt zeigen, wie moderne PR-Arbeit funktioniert.
 
Das Finale von #30u30: Der Jahrgang von 2019 tritt in Zweierteams im Finale des diesjährigen Wettbewerbs gegeneinander an und kämpft um die Trophäen in der Kategorie "Young Professional des Jahres".
 
Tickets und Infos: prreportcamp.de

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