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News / Digitale Empathie trainieren
Die LPRS-Teilnehmer des Zukunftsforums 2018
04.07.2018   Veranstaltung
Digitale Empathie trainieren
Über alte und neue Werte der Kommunikation diskutierten die Teilnehmer des vierten Zukunftsforums der Deutschen Public Relations Gesellschaft DPRG, das Ende Juni erstmals in Hamburg stattfand. Mit von der Partie war Paula Auksutat, Vize-Vorsitzende des Vereins der Leipziger PR-Studierenden LPRS.
Bereits die Begrüßung von Stadträtin Jana Schiedek führt zu regen Diskussionen. Kann die Politik die Digitalisierung gestalten, ohne selbst auf den sozialen Kanälen aktiv zu sein? Der Journalist Richard Gutjahr forderte mehr Engagement ein und appellierte: "Geht online. Diskutiert!". Die Forumsteilnehmer nahmen das ernst. Egal wo man hinschaute, irgendjemand war immer am Smartphone, am twittern oder telefonieren. Fazit der ersten Keynote: Man ist nicht mehr auf Gatekeeper angewiesen, kann an ihnen vorbei kommunizieren. Das ändere alles.


Auch beim Thema Künstliche Intelligenz wurde Neugierde gefordert. Wie Bots und Algorithmen die Unternehmenskommunikation aufmischen, erklärte Giovanni Bruno (Fokus Digital). Entscheidend sei der erste Touch Point – und die Größe des Datensatzes.


In großer Runde diskutieren Inken Hollmann-Peters (Beiersdorf) und Cornelia Kunze (I-Sekai) über die Chancen von Frauen in Führungspositionen. Moderiert von den Young Professionals Clara Lamm und Alexandra Breiner gaben sie dem Nachwuchs mit auf den Weg, Vorbilder unabhängig vom Geschlecht auszusuchen, sondern im Hinblick auf die jeweiligen Werte und Verhaltensweisen. Eine Mischung aus Anpassung, Leistungswillen und Integrität zu den eigenen Werten sei wichtig. Jedoch wurde in der Diskussion auch die positive Rolle der Männer deutlich. So haderte eine Frau aus dem Publikum: "Ich bin in einem Frauennetzwerk. Uns fehlen die Männer".


"Unternehmen müssen Verantwortung übernehmen. Andernfalls nehmen sie sich langfristig die Freiheit, selbstbestimmt handeln zu können", sagte Thomas Voigt von der Otto Group. Damit die Kommunikation authentisch bleibe, müssen die vermittelten Werte aus dem Kern des Unternehmens kommen. Es gelte das Gleiche wie beim Thema CSR: Kommunikation von Werten darf kein Selbstzweck sein. "Da wo kein Vertrauen ist, wird Freiheit eingeschränkt", sagt Voigt.


Auf Augenhöhe kommunizieren und dadurch die "License to Operate" sichern – das Motto kam in vielen Sessions auf. Egal ob im Mittelstand oder bei einem Castortransport eines Großunternehmens – die neuen Ansprüche verschiedener Stakeholder sind herausfordernd. Kerstin Steglich (Ketchum Pleon) und Lutz Schildmann (EnBW) schilderten den langen Kommunikationsweg (und Schifffahrtsweg) eines Castortransports. Im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften werde von Anfang an auf allen Kanälen transparent kommuniziert – auch wenn die Demonstranten vor der Tür stehen.


Weniger Positionieren, mehr Austausch und Unterstützung – Netzwerke der Zukunft müssen weniger hierarchisch sein. Diese These wurde in der Paneldiskussion Berufsnetzwerk: Sinn, Funktion und Zukunft vertreten. Netzwerke bringen Bewegung. Eine Möglichkeit, anderen Mitgliedern Einblicke in den persönlichen Arbeitsalltag zu geben, seien "Instagram Take Overs". Gleichzeitig merkte Thomas Scharfstädt von der DPRG an, dass Strukturen und Regeln wichtig seien, um ethisch verbindliche Standards aufrechtzuerhalten. Gerade im Zuge der Digitalisierung sollte diese Verbindlichkeit an Bedeutung gewinnen.


In einer weiteren Keynote sprach Peter Kropsch über asymmetrische Kommunikation. Der DPA-Chef berichtete über Falschmeldungen, deren Entstehungsweisen und Gegenmaßnahmen. Die Presseagentur reagiere auf diese Veränderung mit einem neuen Berufsbild: Dem Verification Officer. Nachrichten seien ein Vertrauensgut, bei dem es wichtig sei, die Deutungshoheit zu bewahren. Kropschs These: Die Entwicklung der Digitalisierung bringt das Ende der symmetrischen Kommunikation. Im LPRS-Vorstand löste die Keynote beim Mittagessen eine Diskussion aus. Fake News als Beispiel für asymmetrische Kommunikation? Im Studium haben wir das Modell von Grunig und Hunt anders kennengelernt.


Unser Fazit: Am Ball bleiben. Viele Werte wurden angesprochen und an-, aber nicht ausdiskutiert. Gerade beim Thema Künstliche Intelligenz muss weiterdiskutiert werden. Fest steht jedoch, Werte wie Empathie, Neugier und Transparenz bleiben im Trend.


Paula Auksutat ist Stellvertretende Vorsitzende des LPRS e.V.
 

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