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News / Betriebswirtschaftliche Ausbildung bevorzugt
Peter Sothmann ist seit Mai Head of Corpo-rate Affairs DACH bei Korn Ferry in Frankfurt
23.09.2014   News
Betriebswirtschaftliche Ausbildung bevorzugt
 
Der Arbeitsmarkt für Kommunikationschefs
Die US-Personalberatung Korn Ferry ist seit mehr als 35 Jahren in Deutschland aktiv. Sie bündelt jetzt die Rekrutierung von Führungskräften aus Kommunikation und Marketing europaweit in einem „Center of Expertise: Corporate Affairs“, in dem nur Spezialisten aus der Kommunikationsszene arbeiten. Einer davon ist Peter Sothmann.

Herr Sothmann, wie sieht die Marktsituation für Ihre Klientel aktuell aus?
Im Zeitalter des permanenten und rasend schnellen Wandels werden Kommunikatoren mehr denn je benötigt, um aktuelle Entscheidungen, Prozesse und Entwicklungen zu erklären. Auch Mittelständler haben erkannt, welche Rolle gute Kommunikation als Werttreiber spielt und wie sie helfen kann, Risiken zu minimieren. Dementsprechend spüren wir einen deutlichen Zuwachs an Nachfrage gerade in diesem Klientel – und das nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ.

Sie haben kürzlich eine Studie veröffentlicht. Welcher Typ Kommunikationschef ist demnach heute gefragt?
Die Rolle der Kommunikationschefs hat sich deutlich gewandelt. Erstens: Immer mehr Kommunikationschefs werden vom Geschichten-Erzähler zum Urheber von Fakten. Sie verkünden nicht nur Entscheidungen, sie sind bei der Entscheidungsfindung vom ersten bis zum letzten Moment aktiv beteiligt. Zweitens: Top-Kommunikatoren treten aus dem Hintergrund und werden zum Botschafter und Gesicht ihres Unternehmens – ergänzend oder in Stellvertretung zu ihrem CEO. Zudem werden Kommunikatoren aufgrund der zunehmenden Komplexität und den häufig internationalen Abteilungen von Spezialisten zu Trainern, Coaches und Managern. Denn gerade die Chefkommunikatoren können nur noch dann erfolgreich sein, wenn ihre ganze Abteilung es ist. Vor allem dieser Punkt war eine bislang häufig unterschätzte Disziplin. Schließlich erhalten immer mehr Kommunikationschefs die gesamte oder teilweise Verantwortung auch für das Marketing.

Werden die potenziellen Bewerber dem heutigen Anforderungsprofil gerecht?
Es war nie leicht, wirklich gute Kommunikatoren zu finden, und es wird künftig aufgrund der vielen neuen Anforderungen eher noch schwieriger werden. Das liegt vor allem daran, dass Kommunikatoren über ein sehr ausgeprägtes Skill-Set neben dem Fachlichen verfügen müssen – weitaus mehr als in anderen Disziplinen. Bezogen auf ihre Ausbildung lässt sich eine wichtige Trendwende erkennen: Es werden immer mehr Führungskräfte gesucht, die eine klassische betriebswirtschaftliche Ausbildung und kommunikative Zusatzqualifikationen und Stärken haben, weil Kommunikatoren heute eben integraler Bestandteil einer Entscheidungsstruktur sind. Die Zeiten sind vorbei, als sie Entscheidungen nur noch im Nachgang, ganz wie der mittelalterliche Herold, in möglichst schönen Worten zu verkünden hatten.

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