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News / Wann starten Sie Ihre TTIP-Kommunikation?
Demo des Bündnisses „TTIP unfairhandelbar“ im Mai vor dem Brandenburger Tor in Berlin./Foto: Christian Mang/Campact
23.09.2014   News
Wann starten Sie Ihre TTIP-Kommunikation?
 
Transatlantisches Freihandelsabkommen
Einzelheiten des geplanten Transatlantischen Handelsabkommens (TTIP) zwischen der EU und den USA sind weitgehend unbekannt. Doch das wenige, was an die Öffentlichkeit dringt, löst zum Teil heftige Diskussionen aus. Eine europäische Bürgerinitiative, die eine Debatte über das TTIP zwischen EU-Kommission und europäischem Parlament zünden wollte, scheiterte kürzlich aus formellen Gründen. Das zeige, „dass die EU-Kommission lieber mit Konzernlobbyisten kungelt statt sich kritischen Fragen zur Handelspolitik zu stellen“, kommentierte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Darüber, ob die Konzerne die Auseinandersetzung mit dem TTIP wirklich nur in Hinterzimmern führen, sind die Meinungen geteilt.

Zumindest diejenigen großen Unternehmen, die über eigene Abteilungen für Unternehmenskommunikation und -politik verfügen, duckten sich beim Thema TTIP keineswegs weg, sondern hätten sich bereits dazu geäußert, zumeist positiv, sagt Clemens Doepgen, Geschäftsführungsbeauftragter für Regierungs- und Verbandsangelegenheiten bei Ford. Ein Beispiel hat er mit Ford-Deutschland-Chef Bernhard Mattes parat. Mattes, der auch Präsident der American Chamber of Commerce ist, trete offensiv für das Abkommen unter anderem auf diversen Veranstaltungen ein.

Allerdings deuten Mattes’ Äußerungen im „Handelsblatt“ daraufhin, dass die Zahl der Unternehmen, die sich in Bezug auf das Abkommen kommunikativ zeigen, derzeit noch eher überschaubar ist. In einem Interview Ende Juli war er überzeugt: „Wir als Wirtschaft können noch mehr dafür werben.“

Mit dieser Meinung steht Boss der Ford-Werke nicht allein da. Doch die Sorge um die eigene Reputation sei in vielen Unternehmen groß, glaubt ein Public-Affairs-Experte. Zwar dürften sich die meisten Unternehmen von dem Abkommen etwas erhoffen, beispielsweise niedrigere Zölle und einheitliche Standards. Insofern sind die wirtschaftlichen Chancen voraussichtlich größer als die Risiken. Aber ähnlich wie etwa beim Thema Fracking zeigten sich NGOs sowie viele Bürger und Meinungsbildner vom TTIP wenig begeistert. Das Dilemma, so der PA-Berater, sei, dass sich wohl niemand für das TTIP einsetzen werde, wenn es nicht die Unternehmen tun.

Dahingehend kann sich die Wirtschaft bislang auf die Autoindustrie verlassen. Die Autobauer seien die „zentrale Stimme“ in den TTIP-Verhandlungen, bescheinigte ihnen auch die „New York Times“, als Daimler der Zeitung die Widersinnigkeiten unterschiedlicher Standards aufzeigte. Sie sind vermutlich auch die Hauptprofiteure des Freihandels. (ufo)
 

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