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News / TNS Infratest darf erneut Meinungsmacht abfragen
Jürgen Brautmeier, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM), erhofft sich Aufschlüsse über die Wirkung von Medienveränderungen auf das Nutzungsverhalten. Foto: die medienanstalten - ALM
12.09.2014   News
TNS Infratest darf erneut Meinungsmacht abfragen
 
Wie kann Meinungsvielfalt gesichert werden? Das Projekt Medienkonvergenzmonitor soll helfen, darauf eine Antwort zu finden. Die Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) hat in dieser Woche einen weiteren Schritt unternommen, um den Monitor zu realisieren. Das Marktforschungsinstitut TNS Infratest erhielt den Zuschlag, eine Studie zu erheben, wie wichtig die Gattungen TV, Hörfunk, Tageszeitungen, Zeitschriften und Internet jeweils für die Meinungsbildung der Bevölkerung in Deutschland sind.

Hintergrund: Bislang steht das Fernsehen im Mittelpunkt des Medienkonzentrationsrechts. "Daher bleiben das durch die fortschreitende Konvergenz der Medien und das Internet veränderte Angebot und das Nutzungsverhalten der Menschen für die Messung von Meinungsmacht bislang weitgehend unberücksichtigt", sagte der DLM-Vorsitzende Jürgen Brautmeier bereits im Juni. Das soll sich nun mit dem Medienkonvergenzmonitor ändern. Ziel ist es, Meinungsmacht und Medienkonzentration messen zu können, und zwar über den Fernsehmarkt hinaus. Die Beteiligungsstrukturen und die crossmedialen Verflechtungen der größten 300 Zeitungsverlage, 460 Zeitschriftenverlage, 260 Lokalfunkanbieter sowie rund 200 Onlineanbieter sollen erkennbar werden. 



Der Monitor beinhaltet zum einen eine Mediendatenbank, in der die für die Meinungsbildung relevanten Medien aus Fernsehen, Hörfunk, Print und Online erfasst werden. Die Zahlen der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) zum Rundfunk liegen vor. Das Dortmunder Forschungsinstitut Formatt hat von der DLM den Auftrag bekommen, die Beteiligungsverhältnisse im Presse- und Onlinebereich zu ermitteln und auf den neuesten Stand zu bringen.
Zum anderen bildet der von der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) entwickelte MedienVielfaltsMonitor Verflechtung und Nutzung der verschiedenen Medien ab. Dessen zentrales Element ist die von TNS Infratest im Zwei-Jahres-Turnus erhobene Studie „Relevanz der Medien für die Meinungsbildung“. Die Marktforscher fragen nach der Nutzung der Mediengattungen im Tagesverlauf und wie wichtig sie sind, um sich über das Zeitgeschehen zu informieren. Die für den Medienkonvergenzmonitor ermittelten Studiendaten sollen laut BLM-Bereichsleiter Kommunikation und Medienwirtschaft Johannes Kors im Frühjahr vorliegen. Sie basieren auf einer Umfrage unter mehr als 2500 Personen ab 14 Jahren und werden schließlich mit den Reichweitenmessungen, darunter der der Alma für Zeitungen und Zeitschriften, verknüpft.

Aus dem MedienVielfaltsMonitor der BLM für das zweite Halbjahr 2013 ging hervor, dass die ARD über 22,4 Prozent des Meinungsmarkts, Bertelsmann über 12,8 und Springer über 9,3 Prozent.
 

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