Please wait...
News / Projekt "Matterhorn": Wird Unicepta verkauft?
16.02.2018   News
Projekt "Matterhorn": Wird Unicepta verkauft?
Die Medienanalysefirma Unicepta steht offenbar zum Verkauf. Das berichtet der britische Finanzinformationsdienst "Mergermarket". Im Rennen seien nicht nur die direkten Wettbewerber Cision und Kantar.
Angeblich bieten auch zwei deutsche Private-Equity-Firmen und ein französischer Investor um das Kölner Unternehmen mit. Unicepta ist auf Monitoring, Analyse und Beratung spezialisiert. Die Firma ist vor allem im hochpreisigen Segment des umkämpften Markts unterwegs und arbeitet für zahlreiche Dax-Konzerne.
 
Der Verkaufsprozess soll laut „Mergermarket“, die sich auf mehrere Quellen berufen, unter dem Namen „Matterhorn“ laufen. Demnach lag das Mindestgebot bei 65 Millionen Euro, dem elffachen des Gewinns (Ebitda). Dem Bericht zufolge geht Unicepta für sein am 30. September 2018 endendes Geschäftsjahr von einem Ebitda von sechs Millionen Euro und einem Umsatz von 33 Millionen Euro aus. Interessenten, die noch im Rennen sind, sollen das Zwölffache des Ebitdas geboten haben.    
 
Im vergangenen Geschäftsjahr 2016/17 lag der Umsatz bei 32 Millionen Euro, 2015/16 bei knapp 29 Millionen Euro (Ebitda: 4,2 Millionen Euro). Unicepta hat derzeit etwa 700 Mitarbeiter.
 
Der Markt für Medienanalyse ist kräftig in Bewegung geraten, die Konsolidierung schreitet voran. Verkaufsgerüchte um mehrere Unternehmen, darunter Unicepta, gibt es seit vielen Jahren. Passiert ist lange nichts, bis vor Kurzem der US-Riese Cision den hierzulande ärgsten Unicepta-Rivalen Prime übernommen hat. Cision ist seit Jahren auf Einkaufstour rund um die Welt und hat nun offenbar die nächste Beute im Visier. Das dürfte den Druck auf Kantar erhöhen. Die WPP-Tochter hatte bereits vor Jahren durchblicken lassen, in Deutschland nach einem Kaufobjekt zu suchen.
 
Momentan scheint in dem Markt ein Zwang zur Größe zu herrschen, vor allem getrieben von notwendigen Investitionen in Technologie. „Trotz der erfolgreichen Entwicklung und eines Umsatzes von rund 40 Millionen US-Dollar war Prime aufgrund der Konsolidierungswelle in den USA und UK auf einmal vergleichsweise klein“, sagte Prime-Gründer Rainer Mathes in der aktuellen Print-Ausgabe des PR Reports. „Die aktuellen Wettbewerber sind fünf bis 15 Mal größer als Prime. Leicht vorstellbar, was das zum Beispiel für die notwendigen IT-Investitionen in Forschung und Entwicklung bedeutet hat.“
 
Unicepta wollte auf Anfrage des PR Reports keine Stellung nehmen.
 
Exklusive und aktuelle Nachrichten aus der Kommunikationsszene gibt es jeden Mittwoch und Freitag in unserem Newsletter. Kostenlos abonnieren unter http://www.prreport.de/newsletter/

Magazin & Werkstatt