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Performance und Perception als Einflussfaktoren auf das Scheitern von Manager-Karrieren
29.08.2014   News
Manager müssen eigene Reputation aktiv steuern
 
Leistung lohnt nicht immer. Dass diese nicht mehr ganz neue Erkenntnis auch in Vorstandsetagen großer Konzerne gilt, haben Roland Berger Strategy Consultants und die Quadriga Hochschule nachgewiesen. In ihrer Studie "Perception beats Performance - woran Manager scheitern" verfolgten sie 40 nationale und internationale CEO-Karrieren.

Beispiel Karl-Heinz Holland, von September 2008 bis März 2014 Vorstandsvorsitzender der Lidl Stiftung & Co. KG: Die Entlassung des Mannes, der mehr als 23 Jahre für den Discounter im Einsatz war, kam überraschend. Gerade hatte er den Umsatz der Schwarz-Gruppe inklusive Kaufland um zehn Prozent auf 74 Milliarden Euro geschraubt. Die Gründe müssen jenseits Hollands unternehmerischer Performance gelegen haben. Die Berger-Analyse stellt sie in Zusammenhang mit den Problemen rund um Coca-Cola. Holland hatte den Brause-Preiskampf mit Aldi beenden wollen und das Getränk ausgelistet. Darüber war es zu einem internen Streit gekommen (nach einem Bericht der "Welt" ließ der Generalbevollmächtigte Klaus Gehrig Coca-Cola wieder in die Regale stellen), aber auch Lieferanten, Anteilseigner und Kunden soll Holland mit seiner Entscheidung gegen sich aufgebracht haben. Die Folge: "Holland verliert den Rückhalt auch aufgrund der öffentlichen Auseinandersetzung um die strategische Ausrichtung."

Mit einem Abgang dieser Art steht Holland nicht allein. Bei mehr als 80 Prozent der 40 untersuchten Managerkarrieren stellte der Verlust der öffentlichen Wertschätzung (Perception) einen zentralen Faktor für das Karriereende dar. Das muss nicht sein, meinen die Berater von Roland Berger Strategy Consultants anlässlich eines Zwischenfazits der Studie. Ein sogenanntes Perception-Management sei allerdings Voraussetzung. Denn die vergangenen Jahre zeigen eine klare Richtungsänderung an: "Noch in den 90er Jahren wurden Managerkarrieren hauptsächlich aufgrund von mangelnder Performance beendet", sagt Torsten Oltmanns, Partner und Global Marketing Director von Roland Berger.

Die Studie soll im September abgeschlossen sein. Die ersten Ergebnisse lassen sich unter www.rolandberger.de herunterladen.

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