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News / Das Schweigen der Minderheiten
43 Prozent der Facebook-Nutzer würden über Snowdens Spionageenthüllungen posten
27.08.2014   News
Das Schweigen der Minderheiten
 
Die Optimisten, die in sozialen Netzwerken mehr als nur Meinungsforen des Mainstreams sehen wollen, haben einen kleinen Dämpfer erhalten. Nach einer Studie des Pew Research Centers, neigen US-Amerikaner dazu, in den Social Media mit ihrer politischen Meinung hinterm Berg zu halten, wenn Sie glauben, ihr Standpunkt werde von den meisten nicht geteilt. Das gilt zumindest im Fall des NSA-Skandals.

Die Umfrage unter 1800 Erwachsenen konzentrierte sich thematisch auf die Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden. Über die NSA-Überwachungs- und Spionagepraktiken und deren Folgen sind die Amerikaner gespalten.

86 Prozent der Befragten würden der Studie zufolge eine persönliches Gespräch darüber führen, aber nur 43 beziehungsweise 41 Prozent der Facebook- und Twitter-Nutzer darüber auf ihren Plattformen kommunizieren. Umgekehrt: Von den 14 Prozent, die das Thema nicht persönlich mit anderen diskutieren wollen, können sich nur 0,3 Prozent vorstellen, dies in sozialen Medien zu tun.

In beiden Varianten - ob nun face-to-face oder online - sind die Umfrageteilnehmer eher bereit, ihre Meinung mitzuteilen, wenn sie wissen, dass ihr Publikum - Verwandte oder Arbeitskollegen, Facebook-Freunde oder Follower - ihre Ansichten teilen. Wenn ein Facebook-User feststellt, dass sein Netzwerk mit seiner Position zum Thema Snowden und NSA übereinstimmt, zeigt er eine fast doppelt so hohe Bereitschaft, in die Konversation einzusteigen.

Das Fazit der Studie lautet, dass Social Media nicht in der Lage sind, das aus der Offline-Welt bekannte Phänomen der "Spirale des Schweigens" zu überwinden. Für den Snowden-Fall gilt, dass sich dort keine neuen Foren für Minderheitenmeinungen bilden.

Die Studie gibt aber keinen Aufschluss über die Gründe des Schweigens. Dafür kann es eine Menge geben, etwa die Angst, das politische Statement könnte zur Absage eines potenziellen Arbeitgebers führen, oder aber das Gefühl, nicht ausreichend über das Thema informiert zu sein.

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