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News / „Datenschutzdiskussionen begleiten“
26.08.2014   News
„Datenschutzdiskussionen begleiten“
 
Kommunikationsmarkt Wearables
Die Gerüchteküche rund um Apples iWatch brodelt. Das wirft zugleich ein Schlaglicht auf das immer heißer werdende Thema Wearables. Der Markt für direkt am Körper getragene Elektronik bringt für die Kommunikation neue Herausforderungen. Adrian Rosenthal, Head of Digital and Social Media von MSL, verrät, welche er sieht.

Herr Rosenthal, bei Wearables kommen viele Komponenten zusammen – die Technik, das Produkt, das Design - und damit auch Unternehmen. Wie sieht das Zusammenspiel aus und inwieweit spielt die Kommunikation für diese Kooperationen eine Rolle? Für verschiedene Wearables lassen sich zum Beispiel über offene Schnittstellen eigene Applikationen programmieren. Denkbar sind aber auch gleich Produkte, in die tragbare Technologien von Partnerunternehmen integriert sind. Kleidungsstücke sind hier natürlich naheliegend. Aber auch die gemeinsame Entwicklung von Produkten, wie beim Fitbit und der Modemarke Tory Burch. Oder nehmen wir die Nike-Fuelpunkte: Auch andere Unternehmen könnten sie als virtuelle Währung, zum Beispiel als Teil einer Partnerschaft für bestimmte Leistungen, annehmen. Viele Unternehmen denken in diese Richtung. Wir als Agentur unterstützen unsere Kunden dabei beratend mit Research und Ideen.

Google hat jetzt eine Kontaktlinse präsentiert, die den persönlichen Blutzuckerspiegel misst. Wie verändern solche Geräte die Gesundheitskommunikation? Der Mobile Health-Markt ist generell einer der entscheidenden Treiber für den Einsatz und die Verbreitung von Wearable Technology. Grade hier werden wir in nächster Zeit eine Vielzahl von Innovationen sehen. Wearables und sogar Embeddables -also tragbare Technologie, die unter die Haut geht - wird damit in Zukunft ähnlich normal wie der Einsatz von Smartphones. Momentan sind sicher Activity-Tracker wie Fitbit oder das Nike Fuelband am populärsten. Um das Fuelband zum Beispiel hat Nike eine eigene Community aufgebaut, Nutzer können sich miteinander messen und ihre Werte austauschen. Auch eigene Aktionen rund um das Fuelband gibt es: Nike hat in New York gerade Automaten aufstellen lassen, an denen Leute mit durch das Fuelband generierten Aktivitätspunkten Erfrischungsgetränke einlösen können. Fitbit auf der anderen Seite kooperiert mit vielen Unternehmen wie Weight Watchers oder Walgreens, die eigene Apps für das Armband entwickelt haben. Das Sammeln von Daten durch Wear ables bietet für Unternehmen zum einen die Möglichkeit, ihre Angebote und Kommunikation zu verbessern und anzupassen. Zum anderen müssen Kommunikatoren die mit diesen Produkten oft einhergehende Diskussion um den Datenschutz entscheidend begleiten, um für Vertrauen und Transparenz zu sorgen.

Ist die Kommunikation nicht nur noch auf den Service, statt auf das Produkt fokussiert und im permanenten Erklärmodus: Wozu brauche ich das überhaupt? Als die ersten Smartphones auftauchten, musste man auch erklären, wozu sie wirklich brauchbar sind. Ich kann mich noch lebhaft erinnern, wie ich mich über die ersten Leute lustig machte, die mit Handys hantierten. Ebenso geht es mir jetzt im Bekanntenkreis mit meinem Fuelband. Von daher: Noch ist man im permanenten Erklärmodus, das wird sich aber ändern. Bei Smartwatches oder Self Tracking-Werkzeugen steht natürlich der Service im Vordergrund: Welche Daten werden mir zur Verfügung gestellt, wie gut ist die Datenqualität, welche anderen Dienste oder Apps sind intergrierbar? Aber auch der Lifestyle-Gedanke zählt, das Design, die Nutzerfreundlichkeit. Hier steht dann das Produkt im Fokus, das entsprechend – auch vis a vis Konkurrenzprodukten – vermarktet werden muss.

Mancher erwartet von der Einführung der iWatch einen Schub für das Wear- ables-Thema. Wird es auch einer für die Kommunikationsbranche? Die iWatch allein wird wohl direkt keinen Schub auslösen. Sie ist aber ein weiterer entscheidender Schritt hin zu mobiler Kommunikation und Teil eines größeren Trends, zu dem neben Wearables auch Quantified Self oder das Internet der Dinge gehören. Die digitale Vernetzung und der Austausch von Daten werden weiter zunehmen. Diese Trends sind für die Kommunikationsbranche natürlich immens wichtig und interessant.

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