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News / Barbara Schädler umfliegt den internen Gegenwind
Barbara Schädler leitet seit Mitte 2013 die Lufthansa-Konzernkommunikation/Foto: Lufthansa
26.08.2014   News
Barbara Schädler umfliegt den internen Gegenwind
 
Lufthansa
Der Umbau unter Lufthansas Kommunikationschefin Barbara Schädler ist auch ein Rückbau. Konzern und Passage, das Kerngeschäft mit Fluggästen, sprechen wieder aus einem Mund. Andreas Bartels, Passage-PR-Chef, ist inzwischen übergreifend für die Medienarbeit verantwortlich – wie vor dem Umbau 2011.

Kalkül Schädlers dürfte sein, die Lufthansa mehr als integrierten Luftfahrtkonzern zu verkaufen. En passant könnten gemeinsame Geschichten auch Kosten sparen. Weitere Stellen – das laufende Sparprogramm Score bedeutete bereits Kürzungen – soll der aktuelle Umbau nicht kosten. Wohl aber Leitungsposten, etwa die der regionalen Kommunikationsverantwortlichen.
Aage Dünhaupt, unter anderem für die PR im Nahen Osten und Afrika zuständig, entschied sich für den Wechsel zu Air Berlin, wo sich zuletzt PR-Chef Uwe Berlinghoff und sein CEO Wolfgang Prock-Schauer entzweit haben. Dünhaupt startet Mitte September, den Deal dürfte er aber schon weit länger in der Tasche haben.

Gestärkt hat Schädler Strategie und Planung, eines ihrer Steckenpferde, das sie bei der Lufthansa offenbar noch nicht so aufgestellt sieht, wie es sich für ein Dax-Unternehmen gehört. Zudem CSR und die interne Kommunikation, die digital aufrüsten wird. Erst kürzlich hat die Lufthansa eine Mobile-App für alle Lufthanseaten veröffentlicht, die sukzessive auch Inhalte der Belegschaft aufnehmen soll. Verantwortlich wird Matthias Eberle, der als PR-Chef der Frachttochter Cargo bereits mit digitaler Kommunikation punkten konnte. Sein Posten wird derzeit neu ausgeschrieben.

Ein reibungsloser Umbau könnte jetzt Stimmen verstummen lassen, die Schädler nach dem CEO-Wechsel hartnäckig vor der Ablöse sehen. CEO Spohr vertraue auf Medienchef Bartels, heißt es oft hinter kaum vorgehaltener Hand. Beide arbeiteten in der Passage Seite an Seite. Allerdings habe Schädler in der Vergangenheit mit ihrer pragmatischen Art gewonnen, sie umschiffe „trickreich“ auch interne Widerstände in einem tendenziell veränderungsunwilligen Konzern. Auch in kritischen Lagen habe sie Fortune bewiesen, etwa im Pilotenstreik: Schnelle Information an die Kunden und clevere Medienarbeit ließ die eigenen Piloten und deren Gewerkschaft rasch schlecht aussehen. Bedröppelte Piloten, vom eigenen Imagetief überrascht, fing dann die interne Kommunikation auf.

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