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15.07.2014   News
Kritik an Primark zeigt Wirkung
 
Die Negativschlagzeilen der jüngsten Zeit drohen, Löcher in die Kassen der irischen Billig-Textilkette Primark zu reißen. Das zeigt der Markenmonitor BrandIndex des Marktforschungsinstituts YouGov. In einer Kolumne auf wiwo.de schreibt YouGov-Vorstand Holger Geißler, dass nur etwa die Hälfte der aktuellen Primark-Kunden noch einmal dort shoppen wolle.

Zwar war das Image der Marke hierzulande laut BrandIndex schon in den vergangenen zwölf Monaten tendenziell negativ. Doch insbesondere unter jungen Menschen hat Primark seine Fans. "Mehr als jeder vierte Kenner der Marke unter den Teens und Twens gab an, kürzlich bei Primark eingekauft zu haben, und jeder Dritte junge Kenner zog in Betracht, künftig bei Primark einzukaufen", schreibt Geißler. Bestandskunden hätten das Label auf der von -100 bis +100 Punkte reichenden BrandIndex-Skala zeitweise um fast 50 Punkte besser bewertet als Nicht-Kunden.

Jetzt wendet sich das Blatt. Hintergrund sind offenbar die ominösen Hilferufe, die in Kleidungsstücke des Discounters eingenäht worden waren. Im walisischen Swansea fand sich in einem Kleid die Botschaft "forced to work exhausting hours", ein Etikett in einem Top trug die Zeile "degrading sweatshop conditions". Diese Aufschriften lösten im Juni erneut Kritik an Primark und an den Arbeitsbedingungen in der Produktion aus. Proteste hagelte es unter anderem bei der Eröffnung einer Filiale in Berlin Anfang des Monats.

Die Folge: Der Abstand in der Image-Bewertung von Kunden und Nicht-Kunden schrumpfte dem BrandIndex zufolge zuletzt auf weniger als 30 Punkte. "Nur noch rund die Hälfte der aktuellen Primark-Kunden will in Zukunft noch einmal dort einkaufen."

In anderen Ländern ist die Kette derweil weiter auf Erfolgskurs: In Spanien will sie laut "Retail Week" den Modeeinzelhändler Zara nach Umsatzvolumen von der Führungsposition verdrängt haben.

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