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10.07.2014   News
Mit der Oma zur guten Content-Strategie
 
"Content is King", heißt es immer wieder. Doch ist das wirklich so? Während des vierten Content Strategy Forums diskutierten mehr als 200 Teilnehmer über die Bedeutung von Content - und rund 50 Speaker gaben Einblicke in die Content-Strategien ihrer Unternehmen. Clay Delk von Facebook verriet zum Beispiel, warum wir hin und wieder unsere Oma anrufen sollten.

Die zweitägige Konferenz fand in der Union Halle Frankfurt statt: rund 40 Vorträge von Content-Strategen aus aller Welt - darunter viele bekannte Gesichter aus der Branche, wie Margot Bloomstein, Ansgar Zerfaß und Tapio Liller. Auch große Unternehmen, wie Facebook, Nestlé oder Pinterest, waren mit Kommunikationsexperten vertreten. Einige stellten reale Projekte vor oder gaben Einblicke in die Content-Strategie ihrer Unternehmen. Andere hielten eher visionäre Vorträge über ihre Traum-Strategie. Insgesamt kamen jedoch die gleichen Buzzwords immer wieder auf: Big Data, Storytelling, Usability, Social Content und natürlich Courage.

Mehr als nur Buzzwords

Besonders interessant und schön gestaltet waren zwei Vorträge am Mittwoch: Eric Reiss (FatDUX) hatte in seinem Talk "Content, Context, Community - Taking Content Strategy to the Boardroom" sichtlich Spaß auf der Bühne. Er interagierte mit dem Publikum - und brachte Kekse mit! Nach Tipps zu Dresscode, unterhaltenden Folien und Beispielen schloss er seine Präsentation mit dem Tipp "Sell crackers, not crumbs" ab. Was seinen Vortrag so besonders machte, waren die kleinen charmanten Anekdoten zwischendurch. Er verdeutlichte zum Beispiel, dass es für den früheren Begriff "Webmaster" heutzutage rund 13 verschiedene Berufsbezeichnungen gibt - vom Frontend Engineer bis hin zum Information Architect. Polarisierend war seine Aussage "I don't mean to be sexist but there's a difference between men and women" - diese löste, unter anderem auf Twitter, eine Sexismus-Debatte aus.

Wichtige Frage in der Content-Strategie: Interessiert's deine Oma?

Clay Delk (Facebook)
punktete in seinem Vortrag "Would Grandma care?" nicht nur durch niedliche Bilder und veranschaulichende Beispiele, vor allem unterschied sich seine Vorgehensweise bei Content-Strategien von der seiner Kollegen.

Er stellte andere Fragen als der Rest der Vortragenden. Buzzwords ließ er in seinem Vortrag aus. Stattdessen ging es um Empathie - beziehungsweise um den Unterschied zwischen affektiver und kognitiver Empathie, welche seiner Ansicht nach beide benötigt werden, um dem Nutzer guten Content zu liefern. Mit affektiver Empathie meint er die gängigen Faktoren einer Content-Strategie: Verständlichkeit, Relevanz und Usability. Kernthese jedes Vortrags zu diesem Thema! Aber Delk ergänzte Punkte der kognitiven Empathie: Ist der Content hilfreich, bedeutungsvoll und wertvoll? Wer überprüfen möchte, ob die die Content-Strategie in der Zielgruppe ankommt, der sollte sie einfach fragen. Deshalb riet er dem Publikum: "Call your grandmother." Denn Oma weiß selbst am besten, ob sie den Content versteht und ob er sie interessiert.

Nach dem #csforum14 ist vor dem #csforum15

Keine Veranstaltung ist perfekt und so gibt es ein paar Punkte, die uns dieses Jahr beim Content Strategy Forum nicht gefallen haben.

Bei einigen Vortragenden blieb unklar, warum sie als Redner für diese Konferenz eingeladen wurden. So bereiteten Ansgar Zerfaß und Klaus Meier, beides durchaus große Persönlichkeiten und Experten in ihrem Gebiet, nur ihre üblichen Themen neu auf: Unternehmenskommunikation und Journalismus im digitalen Zeitalter - nicht unbedingt die spezifische Beispiele für Content Strategy.

Sadia Latifi
von Pinterest verwirrte während ihres Vortrags "Going Pinternational: Bringing Pinterest to 33 Languages in 8 Months" damit, dass sie im Kommunikationsteam bei Pinterest meistens spontan auf Probleme und Fragen der Nutzer reagiert. Ein Vorgehen, das nunmal genau das Gegenteil einer (langfristigen und durchdachten) Content-Strategie darstellt.

Enttäuschend war ebenfalls der Workshop-Tag, der vor der eigentlichen Konferenz stattfand: Ein Workshop sollte interaktiv sein, praktische Übungen enthalten und den Teilnehmern die Möglichkeit geben, sich bestimmte Themen selbst zu erarbeiten und moderiert ein gemeinsames Ziel zu verfolgen. Doch leider ähnelten die "Workshops" beim Content Strategy Forum 2014 größtenteils eher frontalen Vorträgen.

Dank, Flausch und Props

Dennoch gab es bei der vierten Content Strategy Forum Conference zahlreiche Möglichkeiten sich zu vernetzen, viele interessante Menschen kennenzulernen und sich mit anderen Experten auszutauschen. Die Konferenz wurde von einer kleinen Gruppe PR-Studenten der Hochschule Darmstadt begleitet. Auf Twitter, Storify und im Blog berichteten sie live über die Workschops und Vorträge, führten Interviews mit einigen Speakern. Die einzelnen Storify-Beiträge geben einen guten Gesamteindruck des Content Strategy Forums wieder.

Veranstaltet wurde die diesjährige Konferenz von Script Communications aus Frankfurt.

Von Naya Tetzner
 

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