Please wait...
News / Vor allem in Deutschland sind Frauen die besseren Chefs
Frauen in Führungspositionen haben nach Ansicht aller weltweit Befragten die männlichen Topmanager in wichtigen Management-Eigenschaften abgehängt
02.07.2014   News
Vor allem in Deutschland sind Frauen die besseren Chefs
 
Die Umfragewerte zu Führungsqualität und Kommunikationsverhalten des Top-Managements sind auf einem Tiefststand angelangt - weibliche Chefs kommen hingegen besser mit Herausforderungen klar. Dies zeigt eine internationale Ketchum-Umfrage.

22 Prozent der für den "Ketchum Leadership Communication Monitor 2014 (KLCM)" weltweit Befragten und nur 16 Prozent der interviewten Deutschen glauben an die Fähigkeiten ihrer Top-Manager. Mehr als die Hälfte der Befragten in Deutschland ist aber der Meinung, dass Frauen in Führungspositionen mit Veränderungen und zukünftigen Herausforderungen besser klar kommen als ihre männlichen Kollegen.

Nur fünf Prozent der Deutschen haben den Eindruck, dass Politiker für ihr Handeln auch Verantwortung übernehmen.

Nur 16 Prozent der Deutschen haben das Gefühl, dass Führungskräfte wirklich Führungsqualitäten besitzen. Im weltweiten Durchschnitt glauben 22 Prozent an die besonderen Führungsqualitäten der Chefs. Bei der Effektivität sind die Werte gefallen: Nachdem 2013 noch 29 Prozent der Deutschen der Meinung waren, Führungskräfte arbeiten effektiv, sind es heute gerade einmal 19 Prozent.

Den Führungsqualitäten von Frauen wird vergleichsweise großes Vertrauen entgegengebracht: Hier glauben 58 Prozent der Deutschen, dass Frauen besser als ihre männlichen Kollegen mit den Veränderungen und Herausforderungen in den nächsten fünf Jahren zurechtkommen. Sie liegen mit dieser positiven Einschätzung um zwölf Prozentpunkte über dem weltweiten Durchschnitt.

Frauen wird mehr zugetraut

Zudem haben Frauen in Führungspositionen nach Ansicht aller weltweit Befragten die männlichen Topmanager in wichtigen Management-Eigenschaften abgehängt. Vor allem beim Eingestehen von Fehlern (66 Prozent versus 34 Prozent), offener, transparenter Kommunikation (62 Prozent versus 38 Prozent) und vorbildlicher Führung (57 Prozent versus 43 Prozent) sind die Frauen offensichtlich besser. Ähnliche Werte ergeben sich auch für Deutschland. Allerdings werden ihre männlichen Kollegen in Deutschland insgesamt als durchsetzungsstärker und visionärer wahrgenommen.

Mit jeweils 64 und 60 Prozent wurden "Mit gutem Beispiel vorangehen" beziehungsweise eine "offene und transparente Kommunikation" als Schlüsselfaktoren für einen guten Führungsstil genannt. Darauf folgen "Fehler zugeben" und das selbstbewusste und ruhige Umgehen mit schwierigen Situationen und Krisen. In diesem Ranking schließen sich die Deutschen in etwa der weltweiten Meinung an.

Jeder Zweite boykottiert

Ein schlechter Führungsstil hat darüber hinaus oft unmittelbare Auswirkungen auf das Geschäft. So hat die Hälfte der Bundesbürger schon mindestens einmal wegen schlechter Unternehmensführung ein Unternehmen boykottiert oder zumindest weniger von dieser Firma gekauft. Das gilt auch umgekehrt: 40 Prozent haben gekauft, weil ihnen das Unternehmen positiv aufgefallen ist. Im direkten Vergleich sind die Verbraucher jedoch etwas nachsichtiger mit schlechter Führung und belohnen eher ein gutes Management.

Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Effektives Kommunizieren ist sehr wichtig für eine gute Führungskraft - diese Meinung vertreten 74 Prozent der Deutschen, 36 Prozent sagen sogar, es ist extrem wichtig. 27 Prozent der Befragten hierzulande (29 Prozent weltweit) haben das Gefühl, dass Führungskräfte das effektive Kommunizieren beherrschen. Zu den effektivsten Kommunikatoren zählen Top-Manager aus der Wirtschaft mit 28 Prozent (vor zwei Jahren noch 35 Prozent), und Führungskräfte aus Non-Profit-Organisationen mit 30 Prozent der Stimmen.

46 der Deutschen haben weniger Vertrauen in Politiker als in Wirtschaftsführer und nur 20 Prozent (weltweit 23 Prozent) sind der Meinung, dass ihre Führung auf eindeutig definierten Werten beruht.

Durchgeführt wurde die Umfrage vom 10. bis zum 31. Januar 2014 im Auftrag der Kommunikationsagentur Ketchum in den Ländern Deutschland, USA, Kanada, Frankreich, Spanien, China, Indien, Brasilien, Singapur, Südafrika und den Vereinigten Arabischen Emiraten. An der Erhebung nahmen rund 6.500 Personen teil.

Magazin & Werkstatt