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News / „Objektiv gute Basis für sachlichen Dialog“
Hartmut Gahmann ist Leiter Corporate Communications der Nestlé Deutschland AG in Frankfurt am Main.
24.06.2014   News
„Objektiv gute Basis für sachlichen Dialog“
 
Trotz wiederholt kritischer Berichterstattung über Ihr Haus inszenieren Sie sich als verantwortungsvolles Unternehmen. Ist das mutig oder dreist?
Weder noch – es ist gut begründet. Nestlé belegt im Dow Jones Sustainability Index Platz 1 für die Lebensmittelbranche. Im Carbon Disclosure Project erhielten wir Bestnoten für Transparenz in Sachen Klimaschutz und Wassermanagement. Und selbst die kritische Nichtregierungsorganisation Oxfam bewertet Nestlé in der „Behind the Brands“-Scorecard am besten hinsichtlich Transparenz und Umgang mit entwicklungspolitischen Herausforderungen. Das ist objektiv eine gute Basis für einen sachlichen Dialog.

Die seit Anfang Mai laufende Corporate-Kampagne ist Teil Ihrer vor zwei Jahren gestarteten Qualitätsinitiative. Was genau soll letztere bewirken?
Mit „Qualität bedeutet mehr“ möchten wir in den Dimensionen Ernährungssicherheit, Gesundheit, Umwelt und Gesellschaft neue Maßstäbe setzten. Wir haben alle unsere Produktkategorien untersucht und in Bezug auf diese vier Kriterien bewertet. Als Quintessenz werden wir bis Ende 2015 beispielsweise die Rezepturen verändern, Salz, Zucker und Fett reduzieren und bestimmte Rohstoffe wie Kakao und Kaffee nur noch aus nachhaltigem Anbau beziehen. Die Verbraucher sollen Qualität neu erleben – unter anderem dadurch, dass wir ihnen die komplexe Lieferkette einer Pizza oder eines Schokoriegels anschaulich machen.

Tatsächlich beschäftigen sich die Menschen mit Ihrer Initiative, wenn auch anders als von Ihnen gewünscht. Hat Sie der jüngste Shitstorm überrascht?
Mit der TV-Kampagne wollten wir Neugierde für unsere Qualitätsinitiative erzeugen und zum Dialog einladen. Dafür nutzen wir Plattformen wie den „Nestlé Marktplatz“ oder das Zukunftsforum, um mit Experten und Verbrauchern auf Augenhöhe zu sprechen. Die Qualität der Dialoge in den Sozialen Medien ist im Ergebnis recht hoch. Dass auch einige kritische Fragen kommen würden, war uns bewusst – aber die sind berechtigt und werden solide beantwortet. Wer das als Shitstorm bezeichnet, hat noch keinen erlebt.

Wer sich mit einem Corporate-Auftritt so aus dem Fenster lehnt, macht sich für die Zukunft besonders angreifbar. Ist Ihre Strategie nicht extrem riskant?
Angreifbar ist man nicht, wenn man sich etwas Herausforderndes vornimmt, sondern wenn man seine Versprechen nicht einhält. Mit der Kampagne „Qualität bedeutet mehr“ verfolgen wir drei Ziele: Erstens, unser Handeln transparent zu machen, zweitens unsere Produkte kontinuierlich und nachweislich zu verbessern, vor allem unter Gesundheits- und Nachhaltigkeitsaspekten, und drittens, den Verbraucher und seine Repräsentanten partizipieren zu lassen. Auf allen drei Feldern haben wir belegbar Fortschritte gemacht. Das wird verstanden und anerkannt. Unterstützt werden wir von einem NGO- und einem Verbraucherbeirat, die beide konstruktiv kritisch Ziele und Entwicklung hinterfragen und uns ermutigt haben, den Weg zu gehen.
 

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