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Petra Sammer, PR-Jurymitglied 2014 in Cannes
22.06.2014   News
"Ran an 2015 und viel Glück beim nächsten Mal!"
 
Die Croisette, der Strandabschnitt in Cannes, auf dem das Cannes Lions Festival stattfindet, verwandelt sich mehr und mehr zur Partyzone. Und das ist ja auch mit ein Grund, warum einige der über 12.000 Teilnehmer, hierher kommen. Und die Teilnehmer haben auch allen Grund zu feiern, denn jeden Abend werden schließlich weitere Awards, Bronze, Silber, Gold Löwen und Grand Prix überreicht.

Außerhalb von Cannes mag man vor allem die Awards und die Gerüchte rund um die Parties am Strand und in den Rooftop-Bars wahrnehmen, doch spielt hier vor Ort das Festival selbst eine sehr große Rolle. Die tausenden von Teilnehmer strömen täglich in unzählbaren Vortrage, Sessions und Workshops im Palais de Festival und auch in den umliegenden Hotels finden unzählige Nebenevents, Panels-Diskussionen und Vorträge statt. Das Angebot ist unüberschaubar groß und die Flut an Informationen und Eindrücken nur schwer beschreibbar. Wer neue Ideen und Sitmulation für seine Arbeit sucht, der sollte etwas investieren und hierherkommen.

Jede Jury ist anders, da sie immer neu zusammengesetzt wird. Die diesjährige Jury  war wohl eine sehr kritische – so lauten jedenfalls die Gerüchte, die ich hier höre. Aber egal, welche Jury 2015 am Start sein wird, es gibt doch einige Tipps, die sicher auch dann gelten werden. Einige will ich hier auflisten:

1. Das Video: Das zweiminütige Video ist das Herzstück einer Cannes-Einreichung. Ohne ein überzeugendes Video schafft es eine Einreichung gar nicht durch die Vorauswahl und kommt in Cannes nie an. Hier ist vor allem Herzblut und Storytelling gefragt. Die Eintrittskarte für die PR Lions ist ein passioniertes Plädoyer in Form von Bewegtbild.

2. Die Summary: Die einseitige Zusammenfassung, in der die Kampagne zusammengefasst wird, ist die Beweisführung. Die Jury hat nach dem Ansehen des Videos viele Fragen. Und die müssen alle in der schriftlichen Zusammenfassung gegeben werden. Die wichtigsten Fragen sind: Was hat die Kampagne tatsächlich bewirkt? Sind die Ergebnisse stichhaltig und relevant in dem jeweiligen Markt? Was genau hat die Agentur da gemacht? Und passt die Kampagne wirklich in die Kategorie?

3. Das Board: Das Poster oder Board ist letztendlich der "Bestätiger" im Jury-Prozess. Von den 1.800 Kampagnen, die 2014 eingereicht wurden, haben es nur 1.200 nach Cannes geschafft. Etwa 600 Kampagnen haben die Juroren also schon vor Cannes ausgesiebt. Sechs Tage Jurysitzung vor Ort dann klingt lange, doch wenn man über 1.000 Kampagnen ansehen soll, verbleiben pro Kampagne nur wenige Minuten. Daher ist das Poster so wichtig. Es wird immer wieder auf den Bildschirm im Juryraum aufgerufen, damit die Jury weiß, über welche Kampagne gerade gesprochen wird.
Das Poster muss also klar visuell aufgebaut sein, mit starken Farben, eindeutig an die Kampagne erinnernd. Außerdem dient das Board für den schnellen Check.
Es kann passieren, dass eine Jury mehrfach das Video einer Kampagne ansieht und die Zusammenfassung liest. Je näher aber die Abstimmung um die Awards kommt, umso öfter hat man das Video vielleicht schon gesehen. Den Satz  "No ... no more the video, please!" kennt jedes Jurymitglied, denn irgendwann kann man einfach nicht mehr gucken. Das ist der Moment, in dem das Board am wichtigsten wird. Denn der schnelle Blick auf das Board muss die Kraft und vor allem die Ergebnisse der Kampagne auf einen Blick zeigen. Je präziser die Ergebnisse auf dem Board dargestellt werden können, desto besser.

Und damit kann ich nur sagen: Ran an 2015 und viel Glück beim nächsten Mal!

Petra Sammer ist Chief Creative Officer bei Ketchum Pleon in München und in diesem Jahr Jurymitglied bei den PR Lions in Cannes. Hier berichtete sie in loser Reihe, was sie dort in den Awards-Hinterzimmern erlebte.

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