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13.06.2014   News
Große Privatsender verlieren Einfluss, Zeitungen gewinnen zu
 
Der Einfluss der großen privaten Fernsehsender auf die Meinungsbildung in Deutschland nimmt ab. In der zweiten Jahreshälfte 2013 erreichten die Medienangebote des RTL-Mutterkonzerns Bertelsmann zusammen nur mehr einen Anteil am Meinungsmarkt von 12,8 Prozent und verloren damit 1,1 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. 

Dies geht aus dem aktuellen "Medien-Vielfalts-Monitor" der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) für das zweite Halbjahr 2013 hervor. Zudem fiel der Anteil der ProSieben-Sat1-Gruppe am deutschen Meinungsmarkt um 0,8 auf 7,9 Prozent. Beide Sendergruppen hatten Reichweitenverluste in ihrem Kerngeschäftsbereich TV zu beklagen.

TV fällt zurück

Neben den Reichweiten der einzelnen Programme nahm aber vor allem auch die generelle Bedeutung des Mediums Fernsehen für die Meinungsbildung der Deutschen ab. Welche Relevanz Fernsehen, Radio, Internet, Tageszeitungen und Zeitschriften für die Meinungsbildung haben, lässt die BLM bislang alle zwei Jahre in einer repräsentativen Studie durch TNS Infratest empirisch ermitteln. Ergab sich dabei 2011 noch ein Meinungsbildungsgewicht der Gattung Fernsehen von 40,3 Prozent, so liegt dieses Gewicht seit 2013 bei nur mehr 36,9 Prozent.

Im Gegenzug ist die Bedeutung aller anderen Mediengattungen für die Meinungsbildung gewachsen. Tageszeitungen verfügen demnach über ein Meinungsbildungsgewicht von 22,7 Prozent (+1,1 %), Radio 18,9 Prozent (+1,5 %), Internet 17,9 Prozent (+1,4 %) und Zeitschriften 3,6 Prozent (+0,4 %).

Trotz der Gewichtsverschiebungen bei den privaten TV-Konzernen zeigt sich, dass die fünf größten Mediengruppen weiterhin rund sechzig Prozent der Meinungsmacht in Deutschland auf sich vereinen. Allein die ARD verfügte im zweiten Halbjahr 2013 über einen Anteil am Meinungsmarkt von 22,6 Prozent, es folgten Bertelsmann mit 12,8, Springer mit 9,3 Prozent, ProSiebenSat.1 mit 7,9 sowie das ZDF mit einem Anteil am Meinungsmarkt von 7,3 Prozent.

Der Axel Springer Verlag erhöhte seinen Anteil am Meinungsmarkt um 0,8 Prozent. Allerdings ist dabei noch nicht der Verkauf einiger Zeitungs- und Zeitschriftentitel an die Funke Mediengruppe berücksichtigt, da die kartellrechtliche Genehmigung erst in 2014 erfolgte.

Weitere Informationen zum aktuellen Medien-Vielfalts-Monitor gibt es hier.

Meistzitierte deutsche Medien

In einer separaten Untersuchung haben PMG Presse-Monitor und Scholz & Friends Agenda Bild und Spiegel als die mit Abstand am häufigsten zitierten deutschen Medien identifizert. Dies geht aus der abschließenden Auswertung des PMG Zitate-Rankings nationaler Medien über die vergangenen fünf Jahre hervor.

Auf Bild beziehen sich dabei rund 22 Prozent, auf den Spiegel etwa 20 Prozent der Zitate, die auf die zehn bestplatzierten Medien entfallen. An dritter Stelle im Ranking der meistzitierten deutschen Medien-Marken folgt die Süddeutsche Zeitung mit etwa 11 Prozent. Zu den "Top Ten" gehören außerdem F.A.Z., Welt, Focus, Handelsblatt, ARD, ZDF und Stern.
 

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