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News / Kritik an der Kirchen-Kommunikation aus den eigenen Reihen
Stefan Oster ist jüngster Bischof aller 27 deutschen Diözesen. Foto: bistum-passau.de
10.06.2014   News
Kritik an der Kirchen-Kommunikation aus den eigenen Reihen
 
Gerade mal seit etwas mehr als zwei Wochen in Amt und Würden nimmt der neue Passauer Bischof Stefan Oster kein Blatt vor den Mund und kritisiert die Kommunikation der Kirche. Nur durch den Druck der Medien habe sie es im Missbrauchsskandal geschafft, "die Kraft zur Selbstreinigung" aufzubringen. Aber auch die Journalisten nimmt er in der Pflicht.

Der Schutz gegen sexuelle Gewalt habe sich innerhalb der Kirche deutlich verbessert, "aber wo steht das in der Zeitung?", fragt der 48-jährige Oster in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstagausgabe). Er attestiert der Katholischen Kirche Nachholbedarf in Sachen Kommunikation. "Wobei es auch einen Zusammenhang gibt zwischen Inhalt und Form", sagt der gelernte Journalist, "was ich sage, muss mit meinem Leben zu tun haben. Dann findet sich die Form." Originalität dürfe nicht an erster Stelle stehen.

Die Form aber werde immer wichtiger genommen. Das deute darauf hin, dass Normen und Werten die Substanz fehle. Dieser Mangel drücke sich in Orientierungsschwierigkeiten der Gesellschaft aus, die sich im Journalismus widerspiegeln. Durch die Abwendung von der Kirche gingen innere Maßstäbe verloren für das, was Tabu und was erlaubt sei. "Je weniger Christen es unter den Journalisten gibt", so Oster, desto seltener werde womöglich die Frage nach wahrhaftiger Berichterstattung gestellt.

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