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News / Lebensmittel-Journalisten suchen nicht nur nach Skandalen
Informationen von Firmen der Lebensmittelwirtschaft zu erhalten ist einer (nicht repräsentativen) Studie zufolge meist mit zähen Verhandlungen verbunden.
23.05.2014   News
Lebensmittel-Journalisten suchen nicht nur nach Skandalen
 
Bei einem Lebensmittelskandal findet selten ein sach- und lösungsorientierter Dialog zwischen Medien, betroffenen Unternehmen und Verbrauchern statt. Dabei stehen die Skandale für Journalisten gar nicht immer im Vordergrund. Dies hat Agrifood Consulting in der explorativen "Trendstudie 2013" ermittelt. Die Ergebnisse zeigen für die Autoren: Viele Unternehmen müssen professionelle Strukturen in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit erst entwickeln.

So verfügt nur jedes zweite Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft über eine "professionelle Nahtstelle zu Presse und Öffentlichkeit", wie es in der Studie heißt. Zum Beispiel bieten 40 Prozent der Webseiten von 67 "zufällig ausgewählten" Firmen mit 50 bis 1000 Mitarbeitern keinen Pressebereich. Auf jeder dritten Website findet sich ein Pressekontakt mit Ansprechpartner. 15 Prozent der Firmen bieten ein Kontaktformular und 6 Prozent der Websites verweisen auf eine Agentur. Jede 20. Website bietet einen allgemeinen Pressekontakt. 

Zögerliche Eigeninitiative

Von sich aus beliefern von 53 untersuchten Firmen je etwa ein Drittel die Print-Fachpresse "sehr regelmäßig" und "regelmäßig" über Informationen (keine reine Produkt-PR) in Form von Pressemitteilungen, Factsheets oder Veranstaltungen. 18 Prozent verzichten darauf komplett. Zu 40 Prozent wird von den Firmen die regionale Publikumspresse "sehr regelmäßig" oder "regelmäßig" versorgt.

Etwa die Hälfte der befragten Firmen verzichtet grundsätzlich darauf, Radiosender zu informieren. Für die Print-Publikumspresse (international) liegt dieser Wert bei 55 Prozent. Für TV bei knapp zwei Drittel der Firmen (63%).

Umgekehrt fragen auch Journalisten der Print-Fachpresse am häufigsten bei Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft nach Informationen - 68 Prozent der Befragten gaben "regelmäßig" oder "sehr regelmäßig" für die letzten 24 Monate an. Bei Journalisten aus Online (27%), TV (25%) und Radio (13%) liegen diese Werte deutlich darunter. 

Verbraucherschutzthemen sind gefragt

Bei der Frage nach interessanten Themen nannten 81 Prozent (von 25) Journalisten Verbraucherschutzthemen, gefolgt von Produkten und Produktqualität (je 63%). Produktskandale nannten 31 Prozent der Befragten.

Eine Krise war für 43 Prozent der befragten Journalisten Anlass für ihre bisherige Berichterstattung, 57 Prozent verneinten dies.

Für die Autoren erscheint es "für die Branche angeraten, die Opferrolle zu verlassen und proaktiver Partner der Medien zu werden". Der Journalist verstehe sich als Anwalt des Verbrauchers, die Akzeptanz dieser Haltung sei Grundlage eines vertrauensvollen Dialogs, heißt es in der Studie. Die Ergebnisse "weisen darauf hin, dass Journalisten zu einem vorurteilsfreien, transparenten und professionellen Dialog bereit sind".
 

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