Please wait...
News / "Nicht mehr nur eigenes Süppchen kochen"
Susanne Marell kam im September 2012 von BASF, um die Führung des Edelman-Netzwrks in Deutschland zu übernehmen
23.05.2014   News
"Nicht mehr nur eigenes Süppchen kochen"
 
Edelman, die 220 Mitarbeiter starke Agentur mit Büros in Berlin, Hamburg, Frankfurt und München, ist der Gesellschaft PR-Agenturen (GPRA) beigetreten. Damit erhöht sich die Mitgliederzahl des Verbands auf 33. Edelman Deutschland-Chefin Susanne Marell über die Beweggründe, sich dem Club der "führenden" Agenturen anzuschließen.

Frau Marell, von welcher Seite ging die Initiative für den Beitritt aus?

Das kann ich gar nicht mehr so genau sagen. Die GPRA hat das Gespräch mit uns gesucht, während wir ohnehin gerade diskutiert haben, wie wir die Branche stärker mitgestalten können.

Diesen Gedanken haben in letzter Zeit offenbar einige Agenturen verfolgt und sind GPRA-Mitglieder geworden. Segmenta beispielsweise, Advice Partners und Blumberry. Rollt gerade eine Politisierungswelle durch die Agenturlandschaft?

Ich denke, wir wollen alle nicht mehr nur unser eigenes Süppchen kochen. Die GPRA hat brisante Themen angestoßen oder neu aufgegriffen, die für uns wichtig sind und zu denen wir Stellung nehmen wollen. Es geht für uns darum, an diesen Themen, zum Beispiel Qualitätsstandards und Ausbildung, mitzuwirken und sie mitzuprägen.

Das hätten Sie und ihre Kollegen schon früher haben können. Hat die Edelman-Zentrale das bislang verhindert?

Keineswegs. Sie können aber davon ausgehen, dass wir uns nicht jedem Verband engagieren wollen und uns an jedem Standort der Welt vorher genau ansehen, ob eine Interessenvertretung zu uns passt. In der GPRA sitzen einige umtriebige Persönlichkeiten, die etwas bewegen wollen, und die von ihnen gesetzten Themen treffen ins Schwarze. Einen zweiten Impuls für die Beitrittsbewegung dürfte die Entwicklung innerhalb der Branche geben. Agenturen müssen immer mehr in der Lage sein, entscheidende Ideen zu entwickeln und sämtliche Kommunikationsleistungen dafür aus einer Hand anzubieten.

Ein von Kohrs & Co. in die Welt gesetztes Thema, das Pitchblog, bekommt aber nicht überall Zustimmung. Was ist Ihre Meinung?

Ich finde gut, dass es die Plattform gibt. Das sage ich als CEO von Edelman Deutschland, vor allem aber mit Blick auf 20 Jahre Erfahrung mit dem Briefing von Agenturen. Auf Kundenseite ist nicht jedem klar, welche Ressourcen, welche Investments Agenturen für Pitchprozesse aufbringen müssen. Gleichzeitig gibt es immer wieder Pitches, bei denen die Bedingungen anzuzweifeln sind.

Dieser Debatte sind aber schon endlose Diskussionen vorausgegangen. Wie schätzen Sie die Chancen ein, dass das Pitchblog etwas bewegt?

Hier geht's nicht um kleine handwerkliche Fehler. Das ist ein wichtiges Thema, die Diskussion, die damit in Gang gesetzt wird, und der Austausch der verschiedenen Positionen sind wichtig. Da muss man die Initiative ergreifen, auch mal zuspitzen und einen langen Atem haben, wenn man etwas grundsätzlich verändern will.

Interview: Uwe Förster

Magazin & Werkstatt