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News / Real will mehr Produkte „Ohne Schnickschnack“ bieten
Real hat im Oktober 2013 die eigene Billigmarke „Ohne Schnickschnack“ gestartet – und will damit die etablierten Discounter im Preis unterbieten.
22.05.2014   News
Real will mehr Produkte „Ohne Schnickschnack“ bieten
 
Gegen den Branchentrend hin zu Mehrwert-Eigenmarken will die Metro-Tochter Real ihr Private Label „Ohne Schnickschnack“ massiv ausbauen.

Für die im Oktober 2013 lancierte, unter Preisführer Aldi positionierte Marke mit der gelben Verpackung hat die Warenhauskette die Zahl der Produkte bis heute auf über 100 verfünffacht. Man sei mit der Entwicklung „sehr zufrieden“, die Brand habe die „Erwartungen vollständig erfüllt“, heißt es aus der Zentrale in Mönchengladbach. In der Branche wird das Vorhaben skeptisch beäugt: Angesichts von inzwischen fünf Eigenmarken im Portfolio sehen Experten die Gefahr, dass die Real-Umsätze nicht wachsen, sondern sich lediglich aus der Mitte heraus umverteilen. Zudem seien die Absatzmengen der Real-Brands – anders als bei Mitbewerbern – vergleichsweise gering. Die seit Jahren mit strukturellen und wirtschaftlichen Problemen kämpfende Warenhauskette sei „in einigen Bereichen kaum noch eigenmarkenfähig“, zitiert die Lebensmittelzeitung anonym den Vertreter eines großen Private-Label-Herstellers.

Derzeit machen „Selection“ (Premium), „Quality“ (Mitte), „Tip“ und „Ohne Schnickschnack“ (beide Budget) sowie „Bio“ 16,4 Prozent der Real-Gesamterlöse aus. Als bisher einziger Händler in Deutschland bietet das Unternehmen zwei Preiseinstiegsmarken. Zudem hatte sich Real im Gegensatz zu Mitbewerbern früh dazu entschieden, seine vielzähligen Brands in Segmente zu bündeln. Gerüchtehalber ist zu vernehmen, dass das Mittelpreis-Label „Quality“ um Produkte mit zu geringer Umschlagsgeschwindigkeit bereinigt werden soll, was Real dementiert. Es handle sich um „unsere stärkste Marke, hier beobachten wir immer noch ein zweistelliges Wachstum“. Doch GfK-Zahlen belegen, dass die preislich zwischen Premium- und Einstiegsmarken positionierten „Mittemarken“ im Handel – ungeachtet ihres Absenders – an Boden verlieren. Ihr Marktanteil sank von 37 Prozent in 2007 auf 34 Prozent im vergangenen Jahr. Dem muss auch die Metro-Tochter Rechnung tragen.
 

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