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News / „Eine Inhouse-Kreativagentur ist Luxus, aber nicht extrem teuer“
Herbert Schmitz
22.05.2014   News
„Eine Inhouse-Kreativagentur ist Luxus, aber nicht extrem teuer“
 
Die Berliner „Lifestyle PR-Agentur“ Schröder+Schömbs, die als einer der Vorreiter der Branche in Sachen Social Media gilt, baute sich vor zwei Jahren eine Kreativabteilung unter Leitung von Herbert Schmitz auf

Herr Schmitz, was hat Ihre Agentur dazu veranlasst, Kreativität organisatorisch zusammenzufassen?
Seit fünf, sechs Jahren fordern Kunden häufiger Ideen ein, die noch niemand hatte und die anders sind, als alles bisher Dagewesene. Solche Ideen können wir nicht einfach so nebenbei entwickeln.

Wie war es denn vorher?
Früher war es eher so, dass Kunden ihre Werbekampagne möglichst schnell in die Medien verlängern wollten. Da hieß es nur: Habt Ihr eine tolle PR-Idee dazu? Kreativ musste man auch dafür schon immer sein. Aber der Stellenwert von Kreativität ist gewachsen.

Heißt das, Ideen müssen heute über PR hinausgehen?
Wir nutzen die Unterscheidung zwischen Klassik und PR gar nicht mehr. Wenn PR für Brand Building eingesetzt wird, dann sind die Kriterien, die an eine Idee gestellt werden, irgendwann die gleichen. Eine einzigartige Idee ist der erste Schritt zum Erfolg – ausschlaggebend dafür ist letztlich die Relevanz für den Einzelnen. Solche Erfolge verlangen viele Kunden, und eben nicht mehr nur von ihrer sogenannten Kreativagentur.

Aber wer kann sich schon – wie offensichtlich Schröder+Schömbs – den Luxus einer Inhouse-Kreativagentur leisten?
Die Abteilung hat mittlerweile drei Mitarbeiter und beschäftigt sich tatsächlich hauptsächlich mit Strategie und Kreation, aber auch mit Wissensmanagement und ganz anderen Dingen, als ausschließlich mit dem täglichen Wahnsinn, dem die Kollegen so ausgesetzt sind. Das ist Luxus, aber nicht im Sinn von extrem teuer. Außerdem: Ohne so eine Abteilung heißt es ja nicht, dass keine Konzepte und Ideen mehr entwickelt werden müssten.

Ist die Sektion Kreativität auch ein Verkaufsargument?
Ganz klar, gerade weil das Verständnis der Kunden dafür gestiegen ist, wie wichtig eine gute Idee ist, um beispielsweise ein Produkt zu kommunizieren. Gerade im vergangenen Jahr sind wir sehr viel stärker zu einem Teil des „Neugeschäfts“ geworden. Indem wir den Kunden sagen, dass wir eine Kreativabteilung haben, die Zeit und Muße hat, sich speziellen Aufgabenstellungen zu widmen, haben wir neue Aufträge als separate Briefings bekommen. Wir haben damit das Leistungsportfolio etwas erweitert und vielleicht auch wertgestellt.

Was ist derzeit die größte Herausforderung für einen Kreativen?
Man muss immer mehr schauen, wie erreicht man eigentlich die richtigen Leute. Da ist Kreativität vor allem gefragt: Die Marken mit den richtigen Menschen zusammenzubringen, die sich sonst nie treffen würden, und zwar nicht nur im Sinne von Endverbraucher, sondern auch von Menschen, die Dinge weiterempfehlen.

Herbert Schmitz ist Creative Director und Partner bei Schröder+Schömbs PR in Berlin
Interview: Uwe Förster

 

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