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News / Journalisten hassen Plattitüden, Arroganz und Ausweichen
Deutsche Journalisten erwarten von CEOs, dass sie sich konkret äußern, nicht arrogant auftreten und sich auch kritischen Fragen stellen. Nur jeder vierte Journalist legt anschließend den gesamten Beitrag zur Kontrolle vor.
16.05.2014   News
Journalisten hassen Plattitüden, Arroganz und Ausweichen
 
Drei von vier europäischen Journalisten (75%) bezeichnen arrogantes Verhalten als "No-Go" in CEO-Interviews. Ebenso unbeliebt: Nichtbeantworten kritischer Fragen (73%) sowie inhaltslose und unkonkrete Statements (62%). Dies geht aus einer Umfrage des Public Relations Global Network hervor.

Diese Werte unterscheiden sich in einzelnen Ländern Europas deutlich. In Deutschland sind Plattitüden mit einer 96%-Ablehnungsquote besonders unbeliebt. Auch die No-Go-Werte für Arroganz (88%) und das Nichtbeantworten kritischer Fragen (79%) liegen über dem Durchschnitt.

Wie sich Journalisten vorab informieren

Zu den Top-Recherchequellen europäischer Journalisten zählen die Geschäftsberichte der Firma (64%), Pressemitteilungen (59%) sowie die vergangene Berichterstattung (58%). Social Media landeten auf Platz 10 (16%). Wenn deutsche Journalisten in Social Media recherchieren, nutzen sie zu 42 Prozent Twitter, zu je einem Drittel (33%) Business-Netzwerke sowie Facebook und zu 21 Prozent Youtube.

Die bevorzugten Orte von Journalisten für CEO-Interviews sind der Unternehmenssitz oder ein Produktionsstandort (67%) sowie Restaurants/Bars (55%). Etwa jedes zweite Interview (53%) findet am Telefon statt. In Deutschland wird jedes vierte CEO-Interview per E-Mail abgewickelt.

Zu den wichtigsten Erwartungen von Journalisten an CEOs zählen die umfassende Kenntnis seines Unternehmens und des Marktes (92%), Persönlichkeit (86%) sowie Track Record/Leistung (72%). In Deutschland steht die Persönlichkeit mit 96 Prozent an erster Stelle.

Nach dem Interview zeigen sich europäische Journalisten teilweise verhandlungsbereit: 41% der Journalisten sind grundsätzlich einverstanden, Zitate und Texte abzustimmen. Nur jeder Fünfte (21%) der Befragten würde den gesamten Artikel abstimmen, je nach Beziehung zum Unternehmen oder zur PR-Agentur.

Tipps für CEOs

Aus den Ergebnissen der Umfrage leiten die Autoren sechs Empfehlungen ab:
Kennen Sie Ihre Investoren- und PR-Dokumente.Seien Sie gut informiert über die Medienberichterstattung über Ihr Unternehmen und Ihre Person.Bieten Sie Journalisten ein Treffen in Ihrem Büro an.Zeigen Sie Ihre fundierten Kenntnisse über Ihr Unternehmen und seien Sie sich im Klaren darüber, dass Ihre Persönlichkeit einen großen Einfluss auf die Beurteilung durch die Medien hat.Seien Sie bescheiden, offen und sachlich.Respektieren Sie die Spielregeln in Bezug auf die Unabhängigkeit der Medien - diese sind von Land zu Land unterschiedlich.
Cometis führte die Umfrage zusammen mit 13 weiteren europäischen Partnern des Public Relations Global Network (PRGN) im Frühjahr 2014 durch. 165 Wirtschaftsjournalisten aus 14 europäischen Ländern nahmen teil.

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