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News / Siegel als Kompass für Auftraggeber
23.04.2014   News
Siegel als Kompass für Auftraggeber
 
Österreichische PR mit Qualitätsgarantie Die Ehre, anderen etwas voraus zu haben, ist zuweilen zweifelhaft. Etwa, wenn es um PR-Skandale geht. Daran hat es in Österreich nicht gemangelt. Bekanntestes Beispiel dürfte Peter Hochegger sein, Mitgründer der größten österreichischen und mittlerweile liquidierten Agentur HocheggerCom, der in eine Reihe von Gerichtsverfahren involviert ist und bereits wegen Untreue verurteilt wurde. Der Mann hat maßgeblichen Anteil am Negativ-Image der PR-Branche in der Alpenrepublik. Vom „Post-Hochegger-Syndrom“ sprachen denn auch der Public Relations Verband Austria (PRVA) und PR Quality Austria bei der Vorstellung ihres neuen PR-Gütezeichens. Es soll Vertrauen aufbauen und (potenziellen) Auftraggebern Orientierung geben.

Die beiden Verbände haben die internationalen Kriterien des Consultancy Management Standard (CMS) in Abstimmung mit der International Communications Consultancy Organisation (ICCO) um einige Positionen ergänzt. Ziel war es, über die Prüfung des Agenturmanagements und der -organisation hinauszugehen, um auch die Anwendung inhaltlicher Qualitätskriterien, etwa Dos & Don’ts der Medienarbeit, in der Praxis testen zu können. Und zwar nicht nur bei den Dienstleistern, sondern auch in Kommunikationsabteilungen von Unternehmen, öffentlichen Institutionen und Nichtregierungsorganisationen. Darüber hinaus ist ein Kriterienkatalog zur freiwilligen Qualitätszertifizierung von PR-Einzelberatern und Kommunikationsverantwortlichen in Einpersonenunternehmen beziehungsweise Kleinstunternehmen in Arbeit.

Das neue Österreichische PR-Gütezeichen geht über freiwillige Selbstverpflichtungen hinaus. Träger des Siegels müssen nun unter anderem festhalten und beim Audit nachweisen, wie sie ihre Mitarbeiter in ethischen Fragen unterstützen und regelmäßig schulen, welche Sanktionen bei Verstößen gesetzt werden und wie sie Kunden und Lieferanten über Ehrenkodizes informieren und ebenso zur Einhaltung verpflichten. Den Auditing-Prozess, der je nach Unternehmensgröße 2.500 Euro und mehr kostet, übernehmen die Qualitätsmanager von Xero.at. Im Rahmen des von PRVA und PR Quality Austria entwickelten Audit- und Zertifizierungssystems werden beispielsweise auch transparente Leistungsaufzeichnungen, Arbeitsabläufe und Verrechnungssysteme geprüft sowie die transparente Verrechnung von Dienstleistungen und ob nicht leistungsbezogene Provisionszahlungen bei Aufträgen der öffentlichen Hand abgelehnt werden. Wer die Zertifizierung durch Xero erfolgreich hinter sich bringt, darf das Etikett zwei Jahre lang tragen.

Zu den PR-Agenturen, die sich im Rahmen eines Pilotprojekts dem Audit unterzogen hatten, zählen etwa The Skills Group, ikp und senft & partner.
Dass es für die gesamte PR-Branche nun öffentlich diskutierte, einheitliche Qualitätskriterien und klar definierte Arbeitsprozesse gibt, werde wesentlich zur besseren Außenwirkung der Branche beitragen, ist Jürgen H. Gangoly, Vorstandsmitglied beim PRVA und bei PR Quality Austria sowie Managing Partner bei The Skills Group, überzeugt. „Das neue PR-Gütezeichen mit seinen strengen Vergabekriterien schafft Unterscheidbarkeit am Markt und Sicherheit für Auftraggeber, egal, ob sie aus der Privatwirtschaft oder aus dem öffentlichen Bereich kommen.“

Unter www.prquality.at sind Informationen, Kriterien und Tipps zum Gütezeichen zu finden.

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