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News / Die PR-Branche wächst um 5,6 Prozent
Top-25 des Pfeffer-Ranking 2013. (c) Gerhard A. Pfeffer, "PR Journal"
10.04.2014   News
Die PR-Branche wächst um 5,6 Prozent
 
Ja, wo sind sie denn, die Touristik-Spezialisten? Lange muss man suchen, ehe ein W&P Wilde & Partner oder ein Noble Kommunikation im aktuellen, von Gerhard Pfeffer erhobenen Ranking der PR-Agenturen auftaucht. Selbst in der Spezialauswertung für Tourismus-PR sind sie - mit Blick auf den Honorarumsatz - hinten dran. Media Consulta liegt darin an der Spitze - wie im Gesamtranking.

Mehr als 50 Millionen Euro Honorarumsatz will Harald Zulaufs Media Consulta (MC) im vergangenen Jahr erwirtschaftet haben. Um 8,1 Prozent steigerten die Berliner ihr Ergebnis vom Vorjahr (46,65 Millionen Euro). Damit liegt die reichlich mit EU-Kampagnen ausgestattete Agentur über dem Branchenschnitt. Der beläuft sich nach Pfeffers Berechnungen auf 5,6 Prozent (2012: 4,9 Prozent). Insgesamt haben sich diesmal 148 Agenturen und Berater an seiner Umfrage beteiligt. Deren Gesamtumsatz beträgt 573,66 Millionen Euro. Die Mitarbeiterzahl kletterte um 328 auf 5.554 Beschäftigte, das ergibt ein Plus von 5,6 Prozent.

Allein mit Kommunikation für den Sektor "Tourismus/Reisen/Hotels" erwirtschafte Zulauf, der unter anderen für das ägyptische Fremdenverkehrsamt arbeitet, angeblich ein Fünftel seiner Honorare in Deutschland. Davon können die Konkurrenten in diesem Segment nur träumen. W&P nimmt im Branchenranking Rang zwei ein, der Abstand allerdings ist mit den ausschließlich über PR generierten 1,77 Millionen Euro Honorarumsatz deutlich (Gesamtrang 47/2,98 Millionen Euro). Noble Kommunikation, laut "Touristik PR" immerhin die Agentur des Jahres 2014, kommt mit ihren insgesamt erzielten 770.000 Euro in dem Branchenranking gerade mal auf Platz fünf, im Gesamtranking auf Rang 117.  Namhafte Agenturen wie KPRN und Global Communications Experts sind bei Pfeffer gar nicht an Bord.

Dafür sind die üblichen Verdächtigen dabei. Auf den ersten sieben Plätzen des
Gesamtrankings hat sich gemäß gemeldeten Zahlen und Pfeffers Hochrechnungen gegenüber 2012 nichts verändert. Mit von der Partie ist Ketchum an Nummer zwei, die Agentur, die ihr Profil in Sachen Markenkommunikation im vergangenen Jahr durch den Kauf von Brandzeichen strategisch geschärft hat. Für Dirk Popp, Chef von Ketchum Pleon Germany, bleibt die Digitalisierung aus Branchensicht eine Herausforderung der kommenden Jahre. Vor allem das Thema Mobile und die Frage, wie Zielgruppen erreicht werden können, die überwiegend über Smartphones und Tablets kommunizieren, würden an Bedeutung gewinnen. "In diesem Zusammenhang werden Bewegtbild und Content weiterhin eine große Rolle spielen", prognostiziert Popp.

Für Christiane Schulz, Deutschland-Chefin von Weber Shandwick, hat unter anderem ein Branchenthema gute Chancen, für Agenturen zu einem Prüfstein zu werden. "Zur Herausforderung könnte werden, dass der Einkauf bei vielen Unternehmen immer mehr das Sagen hat und es in diesen Abteilungen aber selten fundiertes Kommunikationswissen gibt", sagt Schulz. Gute Kommunikation jedoch habe ihren Preis, das müsse klargestellt werden. Schulz: "Ich denke, hier könnte die Branche insgesamt geschlossener auftreten."

Fußnoten zur Abbildung: 
Anm.: k.V.=kein Vergleichswert in 2012; k.A.=keine Angabe
1) Die zahlreichen EU-Kampagnen der Agentur Media Consulta, die in den Umsätzen in Deutschland enthalten sind (und in Deutschland generiert/gemanaged werden), werden zusätzlich von weiteren circa 80 Mitarbeitern, in den 28 EU-Mitgliedsstaaten umgesetzt. Diese dürfen nach den Regularien des Rankings aber nicht gemeldet werden. Würde man das tun (297+80=377), läge der Pro-Kopf-Umsatz im branchenüblichen Korridor mit 133 TEUR.
2) Die Angaben dieser Agentur werden durch das Sarbanes-Oxley-Gesetz der USA beeinflusst. Noch nicht an der NYSE (New Yorker Börse) gemeldete und von der SEC (Börsenaufsicht) noch nicht genehmigte Zahlen dürfen nicht publiziert werden. Außerdem meldet die Agentur zumeist nicht selbst. Die Daten für 2013 wurden von Gerhard A. Pfeffer ermittelt/hochgerechnet und in der Regel mit den Durchschnitts-Pro-Kopf-Umsätzen aus 2012 berechnet.
3) Agentur meldet nicht selbst. Der Honorar-Umsatz 2013 wurde von G. Pfeffer recherchiert und hochgerechnet – in der Regel mit den Durchschnitts-Pro-Kopf-Umsätzen aus 2012.
4) Die große Steigerung von Umsatz und Mitarbeiter wird durch die Agenturfusion 2013 verständlich: Palmer Hargreaves und PR-Partner schließen sich zusammen. Mit rund 80 Mitarbeitern in Köln und Berlin und einem Gesamtumsatz von rund acht Millionen Euro entsteht so eine neue Größe unter den inhabergeführten Agenturen in Deutschland

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