Please wait...
News / Die neuen Werte der Deutschen Bank
25.03.2014   News
Die neuen Werte der Deutschen Bank
 
„Sechs Werte für ein Halleluja“, titelte Spiegel Online im Juli 2013 ironisch anlässlich der Vorstellung der Grundhaltungen, von denen sich die Deutsche Bank in Zukunft leiten lassen will. Immerhin gelang es Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen so, den abstrakten Begriff des Kulturwandels für alle weltweit knapp 100.000 Mitarbeiter des Geldinstituts auf eine konkrete Basis zu stellen.

Ein zentraler Wert ist dabei „Integrität“. Das eigene Handeln müsse ab sofort nicht nur rechtlichen, sondern auch ethisch-moralischen Anforderungen genügen. Zugleich wolle die Bank eine offene Diskussions- und Streitkultur leben. Ein weiteres Ziel sei, eine „nachhaltige Leistung“ zu erbringen, die langfristigen Erfolg über kurzfristige Gewinne stellt – ein Paradigmenwechsel (nicht allein) für den Branchenprimus. Was mit „Kundenorientierung“ banal anmutet, muss als gleichsam wegweisend für die Zunft verstanden werden: Die Deutsche Bank will künftig wieder Partner ihrer Kunden sein und die geschaffenen Werte fair mit diesen teilen. „Partnerschaft“ nach innen und außen strebt weg vom bisherigen Silo-Denken einzelner Abteilungen hin zu kollektiver Zusammenarbeit, Respekt und Vertrauen.

Ebenso will sich die Bank stärker dem Dialog mit den Stakeholdern öffnen. Während die Förderung von „Innovation“ eine existenzielle Grundlage für Wachstum eines jeden Unternehmens bildet, überrascht, dass Vorstand und Group Executive Committee – ein im angelsächsischen Raum verbreitetes zentrales Führungsgremium von Aktiengesellschaften – explizit den Begriff „Disziplin“ aufgenommen haben. Darunter fällt, sich „ohne Wenn und Aber“ an bestehende Regeln und gegebene Zusagen zu halten. In der Gesamtbetrachtung muss beschämen, dass es dieser Definition eines Wertekanons bedurfte, der für wirtschaftlich und gesellschaftlich verantwortungsvolles Handeln selbstverständlich sein sollte. (bp)

Magazin & Werkstatt