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25.02.2014   News
„ErlebnisRegion 2020“: Der neue Regionalstolz
 
Projekt: „Gemeinsam gestalten. ErlebnisRegion 2020“
Aufgabe: Investorenkonzept für die Entwicklung von Freizeitattraktionen mit Leuchtturmcharakter
Kunde: Allianz für die Region GmbH
Agentur: Dederichs, Reinecke und Partner, Hamburg

Bis zum Jahr 2020 will die Region Braunschweig-Wolfsburg die dortige Lebensqualität und den Freizeitwert optimieren. Mit dem Projekt „ErlebnisRegion 2020“ wollen die beteiligten Partner die bestehenden regionalen Freizeitangebote und Erlebnisräume ausbauen und ergänzen. Profitieren sollen davon die Menschen der Region und gleichzeitig die Unternehmen, die auf talentierte Mitarbeiter angewiesen sind. Mit Hilfe der Hamburger Agentur Dederichs, Reinecke und Partner organisierten die Kooperationspartner hierfür einen offenen Dialogprozess mit den Menschen der Region.


Aufgabenstellung
Die Konjunktur in Deutschland brummt. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist auf einem Rekordhoch. Problem: Der Mangel an Fachkräften wird zunehmend eine ernsthafte Bedrohung für die Industrie. Studien sprechen aktuell von etwa 100.000 offenen Stellen. Die Lebensqualität und speziell der Freizeitwert nehmen neben sicheren Arbeitsplätzen im „War for Talents“ dabei eine zunehmend wichtige Stellung für die Attraktivität eines Standortes ein.

Schwierig, wenn man wie die Region Braunschweig/Wolfsburg in der öffentlichen Wahrnehmung eine eher nachrangige Rolle spielt. Um sich im Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte sowie um Besucher besser zu positionieren, übt die Region südöstliches Niedersachen unter der Führung der Allianz für die Region GmbH, der Wolfsburg AG und der Wirtschaftsförderungsgesellschaften der beteiligten Städte und Landkreise den Schulterschluss. Ein Ergebnis dieser ist die Erlebniskampagne „Gemeinsam gestalten. ErlebnisRegion 2020“, deren Ziel darin besteht, den Freizeitwert der Region für Bürger und Besucher zu erhöhen. Konkreter formuliert geht es um ein Investorenkonzept für die Entwicklung von Freizeitattraktionen mit Leuchtturmcharakter. Unter dem noch frischen Eindruck von Stuttgart 21 war die möglichst frühe Einbindung der Bevölkerung eine von allen Beteiligten erkannte Notwendigkeit.


Umsetzung
Klar, allein mit Verkündungs-PR mittels Pressemitteilungen und Pressekonferenzen war die Aufgabe nicht umzusetzen. Die PR-Agentur Dederichs Reinecke & Partner, die das Projekt begleitete, setzte daher auf eine mehrstufige 360-Grad-Kampagne, die das gesamte Instrumentarium einsetzt, das PR heutzutage zur Verfügung steht. Vom Aufbau und Bespielen einer zentralen interaktiven Kampagnenplattform und intensivem Themensetting über langfristige Medienkooperationen, Bürgerveranstaltungen, einer Print-Testimonialkampagne und der Produktion von Online-Bewegtbild bis zur Nutzung der klassischen Social-Media-Kanäle – die Kampagne „Erlebnisregion 2020“ zeigt, wie vielfältig und effektiv PR heutzutage sein kann.
Phase 1: Bekanntmachung des Projektes in der Bevölkerung. Triggern des Lokalstolzes bei Bevölkerung und Lokalmedien durch das Schaffen einer neuen regionalen Identität unter dem Label der „ErlebnisRegion“. Phase 2: Crowdsourcing zu den Fragen Was sind die Lieblingsorte der Region? Und was gibt es bereits, das den Begriff ErlebnisRegion untermauert? Phase 3: Feedbackschleife: Was fehlt? Was wird gewünscht? Phase 4: Integration der Ergebnisse in die Planungen und Kommunikation konkreter Konzepte.
Bausteine der Kampagne waren:
Podiumsdiskussionen/Das Leserforum: In Kooperation mit der größten lokalen Tageszeitung, der Braunschweiger Zeitung, wurden in mehreren Orten Podiumsdiskussionen mit Entscheidungsträgern, Tourismusexperten und Bürgern durchgeführt. Ziel war es, das Projekt bekannt zu machen und die Bevölkerung durch eine offene Diskussion des Konzeptes möglichst früh zur Unterstützung zu gewinnen. Lieblingsorte: Im Rahmen des Kampagnenbausteins „Lieblingsorte“ wurde die Bevölkerung aufgerufen, ihre favorisierten Freizeitattraktionen und Geheimtipps zu benennen. Diese wurden in einer interaktiven Karte gesammelt. In einem zweiten Schritt wurden im Rahmen eines Votings die „Lieblingsorte“ der Region gekürt. Heimat-TV/Reporter on Tour: Über ein Facebook-Casting wurden zwei Reporter gesucht, die über mehrere Wochen hinweg die Lieblingsorte präsentierten. Wo gibt es die beste Currywurst, wo liegt das beste Freibad und welcher Freizeitpark hat am meisten zu bieten? Die Gewinner Julia und Ole besuchten mit ihrem VW-Bus diese Orte und berichteten auf YouTube. Quiz: Um fortlaufend Öffentlichkeit zu generieren und zu demonstrieren, was die Erlebnisregion zu bieten hat, wurde in Quizform über Tageszeitungen, die Website und eine Facebook-App das Wissen der Bevölkerung über die versteckten Perlen der Region abgefragt. Die Ideenwerkstatt: Ende 2011 starteten wir einen Aufruf an die Bevölkerung, ihre Ideen einzureichen, was ihnen in der Region fehlt und was besser gemacht werden soll. Es folgte ein Voting zu den besten Ideen und eine Integration auf der Website. Die besten Ideen wurden in den Masterplan aufgenommen. Kommunikation fand über Presse, Facebook, Website und klassische Anzeigen statt. Schulworkshops: In insgesamt acht Workshops wurden Schüler der 10. Klassen zu ihren Zukunftswünschen befragt, was Heimat eigentlich für sie bedeutet und was ihnen an Freizeitangeboten in ihrer Region fehlt. Die Workshops wurden von regionalen Medien begleitet. Testimonialkampagne: Motor der Kampagne ist das Schaffen eines regionalen Bewusstseins, das Triggern des Lokalstolzes. Im Rahmen einer Testimonialkampagne wurden diesem nicht nur Gesichter, sondern auch Stimmen verliehen. Als „Gesichter der Region“ warben nationale Prominente wie der damalige VfL-Wolfsburg-Trainer Felix Magath oder der NDR-Moderator Michael Thürnau sowie lokale Gesichter wie der Domprediger Joachim Hempel für die ErlebnisRegion 2020. Die Shootings wurden durch Hintergrundgeschichten in lokalen Medien, auf Facebook und der Website begleitet.


Ergebnisse
Es wurde ein interaktiver Prozess in der Bevölkerung angestoßen, der von Beginn an zu einer intensiven Bürgerbeteiligung geführt hat. Durch die offene und dialogorientierte Kommunikation konnte ein hohes Maß an Unterstützung und Aufbruchsstimmung generiert werden. Der Ansatz, von Anfang an einen engen Schulterschluss mit lokalen Medien einzugehen, hat zu einer durchweg positiven und ausführlichen Berichterstattung geführt. Die Ergebnisse in Zahlen: Insgesamt 585 Beiträge in Print, Online, TV und Radio mit einer Gesamtreichweite von über 30 Millionen.

Die Kampagne „Gemeinsam gestalten – Erlebnisregion 2020“ der Allianz für die Region GmbH wurde in der Kategorie Verbände und öffentliche Institutionen mit dem Internationalen Deutschen PR-Preis 2013 ausgezeichnet.

Der Autor
Diplom-Verwaltungswirt Thomas Klein verantwortet bei der Allianz für die Region GmbH unter anderem die Standortmarketing-Kampagne „Gemeinsam gestalten. ErlebnisRegion 2020“.

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