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Alexander Land
21.02.2014   News
"Hinterzimmer-Lobbyismus ist auf dem Rückzug"
 
Energieunternehmen wie Open Grid Europe (OGE) haben ein Interesse daran, die Rolle von Erdgas in der Energieversorgung auf die Agenda der Energiepolitik zu setzen. Und ihre Expertise ist gefragt, berichtet unser Gastautor Alexander Land, Leiter Kommunikation und Energiepolitik bei OGE, über die politische Kommunikation des Erdgasnetzbetreibers.

Das Agenda-Setting zum Thema Erdgas findet für uns auf zwei Ebenen statt - auf bundes- und europapolitischer. In Europa verfolgen wir primär das Ziel, die Frage nach dem Energiemix von morgen überhaupt auf der Agenda zu verankern. Bisher lassen die aktuellen europäischen Ziele zwar großen Spielraum für die nationale Gesetzgebung. Aber: Europa setzt weiterhin den Rahmen für die Energiepolitik und damit auch für den deutschen Sonderweg "Energiewende". Aufgrund des ambitionierten Zeitplans der German Energiewende wirken sich europäische Regelungen folgenreicher auf Deutschland und seine Wirtschaft aus als auf die anderen Nationalstaaten.

Die Situation in Deutschland

Auf bundespolitischer Ebene beziehen wir in unserer politischen Kommunikation klare Position für den Energieträger Erdgas. Erdgas ist ein unterschätzter Energieträger und Problemlöser, der die Energiewende zu einem Erfolg werden lassen kann, weil er hilft, sie ökologisch nachhaltig zu gestalten und ihr den Schritt aus den nationalen Grenzen heraus nach Europa eröffnet. Das europäische Gasnetz in Europa ist engmaschig und sicher. Darüber hinaus ist Erdgas der CO2-ärmste fossile Energieträger. Trotzdem haftet ihm das Image fossiler Energien an, das insbesondere in Deutschland durch die besonders CO2-intensive Braunkohle bestimmt ist. Ein Hauptaugenmerk unserer politischen Kommunikation liegt daher darauf, das Bewusstsein für die Problemlöser-Rolle in Politik und Wirtschaft zu schärfen.

Die Herausforderung für unser Unternehmen und unsere Public Affairs-Strategie liegt darin, einen Beitrag zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung im Zuge der Energiewende zu leisten. Kommunikation nimmt dabei wie in allen Umbruchphasen eine Führungsposition ein. Aktuell sind Diskussionen zu komplexen Fragen im Gange, die große Folgen für Bevölkerung, Wirtschaft und Umwelt haben. Die Frage, wie künftig Energie transportiert und von wem das finanziert wird, nimmt eine Schlüsselrolle ein. Aus diesem Grund ist unsere Fachexpertise, aber auch unsere strategische Perspektive gefragt. Die Politik sucht das Gespräch mit Akteuren wie OGE, weil unsere Markterfahrung es zulässt, aktuelle Entwicklungen einzuschätzen und Fakten zu sortieren. Es geht um die eigenen Interessen, aber ebenso um ergebnisoffene Fachdialoge, die Weichen für die Zukunft stellen - der Hinterzimmer-Lobbyismus ist auf dem Rückzug.

Es geht um's Ganze

Mit der Entflechtung integrierter Konzerne und den dadurch massiv hervorgerufenen Veränderungen ging auch eine Zersplitterung der Unternehmen in Deutschland und Europa einher. Während die Herausforderungen für integrierte Lösungsansätze zugenommen haben, wirkte sich die Desintegration der Branche auf die Kommunikation und die Problemlösungskompetenz genau gegenläufig aus. Immer komplexere Fragestellungen lassen sich nicht mit immer kleinteiligeren Antworten lösen. Auch OGE muss daher zu einer Fokussierung der Kommunikation der Branche beitragen, um dann wieder Gesamtlösungen des Erdgases für die komplexen Probleme anbieten zu können.

Innerhalb der europäischen Debatte um die Ziele Emissionsminderung, Ausbau Erneuerbare Energien und Steigerung der Energieeffizienz, sind die Nationen gefragt - einerseits um die Richtung Europas mitzubestimmen, andererseits, um nationale Regelungen zu setzen. Im Fahrwasser der politischen Entscheidungen sind Unternehmen wie OGE allerdings entscheidende Katalysatoren der Debatte - und ihre Kommunikation in Richtung Politik, Fachöffentlichkeit und Öffentlichkeit. Um unserer Rolle als führender deutscher Gastransporteur in Deutschland gerecht zu werden und um die Potenziale von Erdgas zu verdeutlichen, folgt unsere politische Kommunikation drei Dimensionen: Transparenz herstellen, Agenda-Setting verstetigen und Plattformen für fachlichen und politischen Dialog etablieren.

Alexander Land ist Leiter Kommunikation und Energiepolitik bei der Open Grid Europe GmbH
 

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