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News / Fast jede zweite Pressemitteilung wird ungelesen gelöscht
Pressemitteilungen verfehlen oft ihr Ziel.
17.12.2013   News
Fast jede zweite Pressemitteilung wird ungelesen gelöscht
 
Die Bedeutung von Pressemitteilungen sinkt weiter: Journalisten verwenden sie immer seltener zur Informationsgewinnung, und auch als Auslöser für Berichterstattungen werden sie weniger benutzt. Dies ist ein Ergebnis einer Journalisten-Umfrage der Universität der Bundeswehr München.

Nahezu jede zweite Pressemitteilung wird von Journalisten nach eigenen Aussagen ungelesen gelöscht. Ein Drittel der generell relevanten Pressemitteilungen kommt für die Journalisten zur falschen Zeit.

Lieber persönlicher Kontakt

Was die Informationsgewinnung angeht, bevorzugen Journos den persönlichen Kontakt gegenüber der schriftlichen Kommunikation. Die Studienurheber weisen deshalb darauf hin, dass ein Schwerpunkt der Organisationskommunikation sein müsste, Journalisten den persönlichen Kontakt zu auskunftsfähigen Vertretern zu erleichtern.

Entsprechend dieser Präferenzen hat sich auch das Verhältnis von Journalisten zu PR-Akteuren verbessert. PR-Akteure und Pressesprecher würden viel weniger als Gegenspieler und mehr als Partner wahrgenommen. Gleichzeitig würden die spezifischen Kommunikationsinteressen der Organisationen nicht verkannt.

"Google-Dilemma" verursacht Schwierigkeiten

Die Mehrzahl der Journalisten gibt an, mittlerweile weniger Zeit für die Recherche zu haben. Trotz der gestiegenen Arbeitsbelastung legen Journalisten weiterhin großen Wert auf eine umfassende Recherche. Für die Erstrecherche zu einem neuen Thema greifen sie dabei regelmäßig zunächst auf Internet-Suchmaschinen zurück, obwohl diese die erwünschten Informationen nicht in ausreichendem Maße und Detailgrad zu liefern imstande sind.

Die Autoren der Studie betonen, dass hier dieses "Google-Dilemma" auch Auswirkungen auf die Organisationskommunikation habe. Während Journalisten auf ein Werkzeug angewiesen seien, das ihre Bedürfnisse nur eingeschränkt bedient, könnten PR-Akteure und Mitarbeiter von Pressestellen ihre Themen nur noch eingeschränkt an Medienvertreter vermitteln, wenn diese nicht über Suchmaschinen auffindbar sind. Das limitiere die Wahrnehmbarkeit wesentlicher Teile des realen Lebens und führe in letzter Konsequenz zur Entstehung einer medialen Parallelwelt.

An der Umfrage nahmen 1.608 Journalisten teil.
 

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