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News / Lebensmittelfirmen pfeifen oft auf Wahrheitsgehalt der Werbung
Insbesondere das Stakeholder-Netzwerk kommt oft zu kurz.
31.10.2013   News
Lebensmittelfirmen pfeifen oft auf Wahrheitsgehalt der Werbung
 
Die Hälfte der Unternehmen prüft seine Werbeaussagen nicht und kann so nicht garantieren, dass die gemachten Versprechen auch gehalten werden. Dies ist das Ergebnis einer Unternehmens-Umfrage des Branchenverbands Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE).

Trotz Vertrauensmangels keine Überprüfung

52 Prozent von 300 befragten Lebensmittelfirmen stimmten der Aussage, die "Werbeversprechen sind geprüft und werden eingehalten" zu. Die Verbraucherorganisation foodwatch folgert daraus, dass Verbraucher durch konsequente Gesetzgebung vor irreführender Werbung geschützt werden müssten.

Rund jedes zweite Unternehmen macht demnach keine Anstalten, seine Aussagen zu überprüfen und so glaubwürdig in der Öffentlichkeit zu stehen. Erstaunlich, so foodwatch, habe doch schon 2011 eine Verbraucher-Umfrage der BVE ergeben, dass lediglich 18 Prozent den Aussagen der Lebensmittelhersteller vertrauen. 81 Prozent der Befragten sagten damals, sie könnten die Qualität von Produkten anhand der vorhandenen Informationen nicht richtig einschätzen.

Stakeholder-Dialog kommt zu kurz

Die Studie des BVE fand auch heraus, dass viele der Lebensmittelunternehmen zwar ein ausgearbeitetes Krisenmanagementsystem haben (87 Prozent), häufig jedoch die Vorbereitung unzureichend ist. 42 Prozent der befragten Unternehmen führen weniger als einmal im Jahr oder überhaupt keine Krisenübung durch. Einzelne Basis-Elemente, wie etwa die aktuellen Kontaktdaten der Behörden haben 80 Prozent der befragten Unternehmen vorliegen. Gut drei Viertel verfügen über Ablaufpläne zum Vorgehen im Krisenfall sowie Adressdateien der Abnehmer und externer Dienstleister. Über ein Krisenhandbuch verfügen 70 Prozent der Studienteilnehmer. Bei einem Drittel (32 %) der Unternehmen ist die Aufgabenverteilung im Krisenstab nicht klar geregelt und bei jedem zweiten Unternehmen fehlt es an einem Maßnahmenkatalog.

Hinzu kommt das bereits angesprochene Ausbleiben einer Überprüfung von Werbeversprechen. Die Schlussfolgerung des BVE: damit bieten die Lebensmittelhersteller sowohl anfragenden Stakeholdern als auch Medien und NGOs eine riesige Angriffsfläche.

Die Studie "Krisenmanagement & Krisenkommunikation 2013" ist online verfügbar. Siehe auch die Reaktion von Foodwatch

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