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News / Wie sich Klagen wegen illegaler Bildnutzung vermeiden lassen
Bilderklau mal anders: Auf http://wirwissenwoihrebildersind.de knöpfen sich die Bildbeschaffer das Thema spielerisch vor.
23.10.2013   News
Wie sich Klagen wegen illegaler Bildnutzung vermeiden lassen
 
Die unerlaubte Nutzung von Bildern ist spätestens seit dem Siegeszug der neuen Medien kein Bagatelldelikt mehr. Die Verwendung von Motiven ohne ausdrückliche Genehmigung ist eine Straftat und bringt häufig hohe Kosten mit sich. Für die Verwendung eines Motives gibt es stets eindeutige Regeln, sowohl in den Nutzungsbedingungen, als auch im Urhebergesetz. Worauf zu achten ist, damit die Bildnutzung rechtlich einwandfrei läuft, erklären Michaela Koch und Alexander Karst von den "Bildbeschaffern".

Ein für eine Werbekampagne eingekauftes Bild wurde genau für diesen Zweck lizenziert, nämlich zum Beispiel als Motiv für ein Plakat oder eine Anzeige. Es darf also nicht ungefragt für einen Newsletter oder im Internet benutzt werden. Das zugrunde liegende Nutzungsrecht regelt die Dauer und Art der Verwendung. Läuft diese Lizenz ab, muss der Urheber, etwa ein Fotograf, seine Künstleragentur oder auch ein Unternehmen, jeden weiteren Gebrauch des Bildes genehmigen.

Nur mit Zustimmung

Ähnlich verhält es sich auch mit selbst produzierten Fotos: Hier sind es die darauf abgebildeten Personen und Rechteinhaber, die der Verwendung des Motivs ausdrücklich zustimmen müssen.
Ein Beispiel: Ein für die Unternehmensdarstellung im Internet erstelltes Mitarbeiterfoto darf darüber hinaus nicht für andere Maßnahmen genutzt werden. Soll das Motiv auch einen Flyer oder einen Newsletter zieren, entbehrt das der Rechtsgrundlage. Denn sowohl die abgelichteten Personen als auch der Urheber des Bildes, also der Fotograf, müssen eine weitergehende Nutzung schriftlich genehmigen. Hier ist Vorsicht geboten.
Rechtlich kritisch ist es übrigens auch, wenn für Präsentationen oder Schulungen Bildmaterial herbeigezogen wird, das eigentlich nur Veranschaulichungszwecken dienen soll. Selbst hier gilt: Ohne Genehmigung nicht zulässig!
Abmahnungen nicht voreilig akzeptieren

Und das Heikelste an der Sache ist, dass Fotografen und Bildagenturen mit ausgereifter Software arbeiten, die Kopien "ihrer" Bilder im Netz findet, mit bestehenden Lizenzen abgleicht und "unbekannte" Treffer gleich an den Abmahn-Anwalt weiterleitet. Für manche Fotografen ist das die eigentliche Haupteinnahmequelle.

Kleiner Tipp: Wenn ein solcher "böser Brief" von einer Abmahnagentur oder dem Urheber im Briefkasten liegt, gilt: Ruhe bewahren! Dann sollte ein Anwalt eingeschaltet werden, der sich auf die Abwehr von Abmahnungen spezialisiert hat. Denn anstelle einer bedingungslosen Zustimmung zur Unterlassung kann der Anwalt einen Gegenvorschlag formulieren, der einen gewissen Handlungsspielraum ermöglicht, anstatt ihn gänzlich einzuschränken.


Die wichtigsten Fragen, um sich vor Klagen wegen unerlaubter Nutzungen zu schützen:
Sind alle Bildrechte eingekauft, die für die Nutzung erforderlich sind? Zu beachten ist auch der Lizenz-Zeitraum!Ist der Bildnachweis korrekt erbracht? Bei redaktionellen Nutzungen ist er obligatorisch!Sind Personen, Marken oder andere Kunstwerke zu sehen, die Ansprüche geltend machen könnten? Wissen die Personen, wofür das Bild genutzt werden soll?Werden die Bilder noch auf andere Weise genutzt - als Referenz bei der Agentur, als PDF neben der Print-Broschüre oder ähnliches?Sind Außenaufnahmen vom öffentlichen Boden aus gemacht? Dann gilt in Deutschland die Panoramafreiheit - ansonsten können Besitzer von Gebäuden etc klagen.Bei Bilderkauf durch eine Agentur: Ist der Kunde als Lizenznehmer genannt worden?
Eine Checkliste zur Vermeidung von Klagen wegen Unerlaubter Nutzungen finden Sie hier.

Michaela Koch und Alexander Karst sind Die Bildbeschaffer GmbH aus Hamburg. Als Spezialagentur für Bildrecherche und Lizenzierung beraten sie Unternehmen und Agenturen in allen Fragen rund um das Bildmanagement.

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