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News / Deutsche Firmen sind nur Mittelmaß
Stefan Schaltegger, Professor an der Leuphana Universität Lüneburg/Foto: Utopia/ R. Stalla
21.10.2013   News
Deutsche Firmen sind nur Mittelmaß
 
Unternehmerische Verantwortung
„Deutsche Unternehmen können sich bei der Umsetzung konkreter Nachhaltigkeitsmaßnahmen weder zu einzelnen ökologischen und sozialen Themen noch bei der Integration in die Organisation als Vorreiter positionieren“, fasst Professor Stefan Schaltegger, Leiter des Centre for Sustainability Management der Leuphana Universität Lüneburg, das Ergebnis einer internationalen Studie (bit.ly/11wL0LP) zusammen. „Das hat uns überrascht“, räumt er ein, „ist aber in allen untersuchten Bereichen der Fall.“

Die Lüneburger Wissenschaftler hatten gemeinsam mit Kollegen aus Europa, den USA und Asien bei rund 500 Großunternehmen aus 11 Ländern untersucht, mit welcher Intention sie ihre Nachhaltigkeit managen und wie sie dies tun.
Dabei zeigte sich, dass Unternehmen weltweit gesellschaftliche Stakeholder wie NGOs sowie die Medien und die kritische Öffentlichkeit als stärker fördernd für die Umsetzung von Nachhaltigkeit wahrnehmen als marktliche Stakeholder wie Zulieferer, Versicherungsgesellschaften oder Banken.

Innerhalb der Unternehmen sind Kommunikationsabteilungen am häufigsten mit dem Thema betraut. Für Schaltegger widerlegt dies das Vorurteil, dass Firmen sich nur für Nachhaltigkeit engagieren, wenn sie darin eine Möglichkeit sehen, Geld zu verdienen. Diese Abteilungen seien ja nicht primär dazu da, den Shareholder Value des Unternehmens zu steigern, sondern die Legitimität und die gesellschaftliche Akzeptanz des unternehmerischen Handelns zu erhöhen.

„Weniger als 40 Prozent der Firmen weltweit, die wir befragt haben, messen die wirtschaftlichen Wirkungen ihrer ökologischen und sozialen Maßnahmen“, berichtet Schaltegger. „Die wissen also gar nicht, ob diese Maßnahmen einen positiven oder negativen Einfluss auf ihren wirtschaftlichen Erfolg haben. Wenn sie diesen Einfluss nicht messen, dann können sie ihn auch nicht optimieren.“

Dass deutsche Firmen in Sachen Nachhaltigkeit noch Luft nach oben haben, zeigte auch eine Studie (bit.ly/16LfNGS) der Managementberatung Accenture: Neun von zehn Unternehmenslenkern (87 Prozent) halten der Umfrage zufolge die bisherigen Anstrengungen ihrer Firmen für unzureichend. 78 Prozent sehen darin eine Möglichkeit, weiter zu wachsen und innovativer zu werden, und 79 Prozent glauben, dass sie durch nachhaltigeres Wirtschaften künftig einen Wettbewerbsvorteil haben werden. (hds)
 

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