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News / Im Schaufenster
Nico Kunkel
21.10.2013   News
Im Schaufenster
 
Viel Tadel kassierte die deutsche „Huffington Post“, noch bevor sie dieser Tage an den Start ging. Ursache des Wirbels: Autoren sollen für lau Beiträge liefern, obwohl hinter dem deutschen Angebot der mächtige Burda-Konzern steckt. Vor allem die etablierten Medien echauffierten sich. These: Die Medienaufmerksamkeit im Netz zersplittert, verteilt sich auf Online-Medien, Blogs und soziale Netzwerke – und wieder stärker auf Angebote von Unternehmen, die mit Content Marketing im Aufwind sind. Klassische Medien haben dabei ihre Rolle als exklusiver Absender von Inhalten nicht abonniert und sehen sich sukzessive von Unternehmen bedrängt. Was hindert Coke etwa daran, mit Popkulturthemen der „Bravo“ ihre Leserschaft auszuspannen?

Für die „HuffPo“ dürfte es irrelevant sein, ob ein Blogger auf eigene Rechnung schreibt, mit einem Unternehmen oder einem Medium im Rücken. Sie stellt das Schaufenster und fördert den Wettbewerb zwischen den Absendern und den Marken, die sie positionieren. Bei gleich guten Inhalten stellen sich Unternehmen auf eine Stufe mit Medien. Die Inhalte sind dabei entscheidend: Nur wenn die Auslage im Schaufenster stimmt, betreten die Leute den Laden. Plumpe PR wäre kontraproduktiv.

Der Redaktion der „HuffPo“ kommt auf lange Sicht die Rolle des Kurators zu, der aus der Fülle das beste Angebot fürs Schaufenster wählt – und so das Publikum lockt. Wenn sie ein gutes Händchen hat, führt sie zusammen, was zuvor zersplitterte.
 

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