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24.09.2009   News
Welcher Internet-Wahlkampf?
 
„CDU gewinnt Social Media Wahlkampf“ lautet die Überschrift einer Weber Shandwick-Pressemitteilung vom heutigen Tag. O, là, là, das klingt gewaltig.

Hatte die SPD ihre Online-Kampagne nicht zum „Herzstück“ ihres Bundestagswahlkampfs erklärt? Und jetzt das: „Die CDU dominierte über die letzten sieben Monate stets das Web 2.0 und schließt die Auswertung mit einem Drittel (33,1 Prozent) der Webaktivität ab.“ Unterdessen veröffentlichte die Wochenzeitung „Freitag“ einen Artikel unter der Überschrift „No we can’t“, in dem ein „anonymer Insider“ aus seiner Zeit in der SPD-Wahlkampfzentrale berichtet und sich, gelinde gesagt, kritisch mit dem „Netz-Konzert“ der Sozialdemokraten auseinandersetzt.

Doch über was wird in der Presseinformation geredet? Über einen „Aktivitätsindex“. Und gemäß dem Wahl-im-Web-Monitor von Weber Shandwick hatte CDU-Chefin Angela Merkel bis zum 11. September 26.292 „Fans“ im Netzwerk Facebook gewonnen. Von 7.873 Followern beim Microblogging-Dienst Twitter ist die Rede. Zum Vergleich: Barack Obama hatte mehr als drei Millionen „Freunde“ und 100.000 „Follower“.

Zugegeben: Der US-Wahlkampf ist mit dem Bundestagswahlkampf kaum vergleichbar. Dennoch wird deutlich, dass – den vielen Veranstaltungen zum Thema „Obamas Online Campaigning“ und vollmundigen Ankündigungen zum Trotz – der Internet-Wahlkampf hierzulande kaum eine Rolle gespielt hat. Ein Grund dafür mag ein inhaltlicher sein: Das Internet ist der Ort, wo Diskurs am leichtesten möglich ist. Er ist aber auch ein Spiegel der realen Welt. Dort haben Parteien wenig Interesse gezeigt, Anlässe für Erörterungen zu liefern. (fo)
 

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