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News / SPD-Plakate spielen der CDU in die Karten
Die Kanzlerin ist zwar genervt von ihrem "Sohn", stößt ihn aber nicht ab - so die tiefenpsychologische Deutung des Bildes. Die Kritik der SPD scheitert daran.
17.09.2013   News
SPD-Plakate spielen der CDU in die Karten
 
So hat sich das Kampagnenteam der Sozialdemokraten die Wirkung ihrer Wahlplakate sicherlich nicht vorgestellt: Wie eine rheingold-Studie zeigt, wirbt die SPD mit ihren Wahlplakaten eher für die Kanzlerin und damit die CDU, und stellt sich selbst ins Abseits.

Angriff auf "Mutti" ist unverzeihlich

Die aktuelle SPD-Kampagne konzentriert sich auf so genannte "Anti-Merkel-Motive", um dem Wähler die Fehler der derzeitigen Regierung vor Augen zu führen. Das gehe allerdings nach hinten los, so rheingold, denn gerade die Qualitäten, die Wähler an Merkel schätzen, würden durch die Plakate in den Blick gerückt. Viele Wähler empfänden das Verspotten der als mütterlich angesehenen Kanzlerin als inakzeptabel.

So sei beispielsweise das SPD-Plakat mit dem Motiv "Privatsphäre", auf dem die Kanzlerin beim Kramen in ihrer Handtasche - also in ihren "privaten Innereien" - gezeigt wird, von vielen Wählern als eine Art "Mutter-Beschmutzung" empfunden worden. Die tiefenpsychologische Auswertung der Studie verwendet hier den dramatischen Terminus des "symbolischen Muttermordes", der ein politisches Tabu sei.

Schlechte Stimmung erzeugt

Bei Plakaten, die nicht direkt die Kanzlerin angreifen, bleibt die SPD ebenso erfolglos. Bezieht die Partei selber Position, zum Beispiel "Für ein Alter ohne Armut", "Für mehr Kita-Plätze" oder "Für bezahlbare Mieten", so würde sie ihre Wähler zwar inhaltlich erreichen. Gleichzeitig würde eine gedrückte Stimmung erzeugt. Bewegtheit und Begeisterung seien hier nicht herstellbar, die Plakate und somit die Partei wirkten eingefroren, anstatt von ihren Positionen überzeugt. Das Wir-Gefühl bleibe also aus.

Als inhaltsleer wurden die Plakate der CDU empfunden. Gleichzeitig würde aber eine "fröhlich-freundliche Bewegtheit" erzeugt, da globale und ungelöste Probleme zu Gunsten von privaten, kleinen Alltagsproblemen ausgeblendet würden.

Für die Studie wurden in 52 Tiefeninterviews deutsche Wahlberechtigte befragt. Daraufhin wurden vom Marktforschungsinstitut YouGov weitere 1019 Personen aus Deutschland ab 18 Jahren befragt.
 

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