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Christoph Meier, Leiter Media Relations Lufthansa Group
20.08.2013   News
"Wir tweeten nicht automatisch jede Pressemitteilung"
 
Die Deutsche Lufthansa ist einer der größten, weltweit aktiven Konzerne in der zivilen Luftfahrt. Auf Twitter hat sie knapp 130.000 Follower. Wie die Fluglinie den Social-Media-Kanal im Bereich der Pressearbeit einsetzt, erläutert Christoph Meier, Leiter Media Relations Lufthansa Group.

Wann haben Sie das erste Mal von Twitter gehört bzw. diesen Social-Media-Channel genutzt?

Christoph Meier: Das war 2007 oder 2008. Während Twitter für uns in der Kommunikation schon seit ein paar Jahren zum erweiterten Channel-Mix dazugehört, nutze ich privat eher andere soziale Netzwerke wie zum Beispiel Linkedin und Facebook.

Wann ging es los mit dem Twitter-Channel der deutschen Lufthansa? Gab es zum Start bereits eine PR-Strategie und feste PR-Ziele für Twitter?

Meier: Lufthansa.de ging im Mai 2009 an den Start. Inzwischen hat Lufthansa in Deutschland einen der führenden nationalen Twitter-Accounts unter den DAX30-Unternehmen. Wie bei allen unseren Social-Media-Aktivitäten steht dabei die Kundenbeziehung im Mittelpunkt, so dass hier die Bereiche Marketing, Kundendialog und Unternehmenskommunikation eng zusammenarbeiten. Neben dem 24/7-Service auf Twitter bieten wir auch regelmäßig Aktuelles und Interessantes aus der Welt der Lufthansa Group rund um das Thema Fliegen.

Inzwischen hat die Deutsche Lufthansa bei Twitter fast 125.000 Follower. Welche Bedeutung haben diese als PR-Zielgruppe? Wissen Sie, wie viele Journalisten darunter sind?

Meier: Die Lufthansa Twitter-Channel sind derzeit vor allem ein Kommunikationskanal für Endkunden und Luftfahrtinteressierte, und wir nutzen diesen Kanal punktuell auch für PR-Themen. Wir freuen uns natürlich, dass auch Journalisten verfolgen, was wir über die Social-Media-Kanäle kommunizieren, nutzen Facebook und Twitter auf diese Zielgruppe bezogen heute aber eher noch als ergänzendes Instrument.

Werden Pressemeldungen und andere PR-Themen/-Aktionen regelmäßig (mit entsprechender Verlinkung auf den Volltext) getweetet?

Meier: Im Moment befinden wir uns noch in einer Art Testphase, wie wir Social Media in der PR sinnvoll einsetzen können. Wir tweeten nicht automatisch jede Pressemitteilung, die wir veröffentlichen, sondern entscheiden bewusst, welche Themen wir wie über Social Media kommunizieren. Kürzlich haben wir begonnen, unser CR-, also Corporate-Responsibility-Stichwort der Woche, das jede Woche an Journalisten verschickt wird, regelmäßig zu tweeten.

Thema Gate-Keeper-Funktion: Sind durch Twitter Journalisten ein wenig entbehrlicher geworden oder nur neue PR-Zielgruppen dazugekommen?

Meier: Twitter ist für uns ein zusätzlicher Kommunikationskanal. 

Nutzen Sie auf Ihrem Smartphone/iPhone News-Alert-Funktionen im Rahmen eines Social-Media-Monitorings für Twitter?

Meier: Bei Lufthansa werden die Social Media-Kanäle rund um die Uhr gemonitort. Wir haben abteilungsübergreifend Prozesse aufgesetzt, um in kritischen Situationen schnell reagieren zu können. Dabei kommen unter anderem auch automatisierte Alerts per E-Mail zum Einsatz.

Bei welchen PR-Themen haben Sie die besten Erfahrungen und Ergebnisse bei Twitter erzielt?

Meier: Fußballbezogene News finden auch auf Twitter eine sehr gute Resonanz. Zudem kommen Tweets mit direktem Bezug zur Fliegerei sehr gut an. Das haben wir zum Beispiel bei den Aktivitäten rund um die Auslieferung unserer ersten Boeing 747-8 gesehen. Generell gut ziehen Tweets, mit denen wir Fotos anbieten.

Unter PR-Aspekten: Welches ist Ihrer Meinung nach der effizientere PR-Distributionskanal - Twitter oder Facebook?

Meier: Wir probieren noch verschiedene Dinge aus. Bislang haben wir den Eindruck, dass es vom jeweiligen Thema abhängt, welcher Kanal besser funktioniert.

Geschwindigkeit, Viralität und Authentizität: Gelten diese Twitter-Schlagwörter inzwischen bedingt für die PR im Allgemeinen?

Meier: In der Unternehmenskommunikation gewinnen Social Media zunehmend an Bedeutung und damit auch die Ansprüche und Möglichkeiten, die diese neuen Kommunikationsmittel mitbringen.

Wo sehen Sie die Bedeutung des kommunikativen Distributionskanals Twitter in 10 Jahren?

Meier:
Das wäre ein Blick in die Kristallkugel. Zehn Jahre sind ganz besonders in der schnelllebigen Social-Media-Welt ein unüberschaubar langer Zeitraum. Vor zehn Jahren gab ja weder Twitter noch Smartphone. Ich denke aber, dass uns die digitale Revolution noch zahlreiche sehr aufregende Neuerungen bringen wird und sich spannende Möglichkeiten eröffnen werden.

Interview: Oliver Hein-Behrens

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