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Martin Lorber, PR Director und Jugendschutzbeauftragter von Electronic Arts
20.08.2013   News
"Print-Pressemappen versenden wir nicht mehr"
 
Electronic Arts ist weltweit einer der größten Entwickler und Publisher von Computer- und Videospielen. Die Produkte sind 100 Prozent digital. Das dazugehörige Pressematerial und die Pressemappen auch? Das wollten wir von Martin Lorber, PR Director und Jugendschutzbeauftragter von Electronic Arts, wissen.

Können Sie sich daran erinnern, wann Sie das erste Mal eine digitale Pressemappe eingesetzt haben? Wie war das Feedback damals?

Martin Lorber: Das ist schon viele Jahre her. Das Feedback war positiv. Die Pressekollegen waren dankbar, dass sie die zur Verfügung gestellten Materialen besser verarbeiten könnten.

Wie viele Pressemappen versendet Electronic Arts Deutschland insgesamt durchschnittlich im Jahr?

Lorber: Print-Pressemappen versenden wir nicht mehr.

Digital oder gedruckt? Was wird wann, wie und wo von Electronic Arts Deutschland heute konkret bei der PR-Arbeit eingesetzt?

Lorber: Bei Pressekonferenzen und -events legen wir durchaus Informationen auch in gedruckter Form bzw. auf Datenträgern zur Verfügung. Alle Materialien stehen aber auch online zur Verfügung.

Was sind Ihrer Meinung nach die Hauptunterschiede zwischen dem gedruckten und dem digitalen Pressematerial?

Lorber: Hauptunterschied ist das Medium und die Art der Verbreitung. Die Inhalte sollten gleich sein.

Was sind die Vorteile einer kombinierten Pressemappe, die Papier und digitale Daten auf USB-Stick vereint?

Lorber: Die Journalisten können die Texte und Materialien einfach schneller und besser weiterverarbeiten.

Was sind dann überhaupt noch Gründe für haptische Pressematerialien und -Pressemappen?

Lorber: Bei bestimmten Veranstaltungen ist es sinnvoll, die Texte, Grafiken und Bilder in gedruckter Form vorliegen zu haben, damit man mitlesen, begutachten und sich Notizen machen kann. Das hängt aber auch von der Größe der Veranstaltung ab. Wenn 1.000 Journalisten vor Ort sind, wie zum Beispiel bei unserer Pressekonferenz zum Branchenevent Gamescom, setzen wir keine Pressemappen mehr ein, sondern nur Online-Presse-Kits. Das ist hier auch ein Kostenfaktor. Und die Journalisten wollen es auch nicht mehr.

Wo sehen Sie den optimalen Mix aus Haptik und Digitalität bei Pressematerialien?

Lorber: Es gibt ja einen großen Wettbewerb um Aufmerksamkeit. Wie wecke ich das Interesse des Journalisten? Bei der Fülle der Pressemeldungen und Einladungen muss ich ihn erst einmal für ein Thema interessieren. Da kann die Haptik hilfreich sein, um die Aufmerksamkeit auf emotionaler Ebene zu erlangen. Wenn das erfolgreich geschehen ist, sollte man sich auf die Erleichterung der journalistischen Arbeit konzentrieren, auf das Informationsangebot. Das muss dann zum Beispiel ein Online-Presseserver sein, bei dem die Texte und Bilder schnell und ohne Schnörkel downloadbar sind. Das Informationsangebot und das emotionale Angebot für den Journalisten müssen dabei stimmig sein. Wenn ich eine kleine Standard-Pressekonferenz plane, bei der Geschäftszahlen kommuniziert werden, ist emotional aufgeladene Haptik fehl am Platz. Genauso wenig passt es zusammen, wenn ich einen emotionalen Event mache und dazu eine nüchterne Pressemappe auslege.

Wenn Sie für einen Luxusartikelhersteller arbeiten würden, hätten Sie dann eine andere Einstellung zu digitalen Pressemappen?

Lorber: Auch hier muss man heute die Informationen parallel zur gedruckten Version in digitaler Form anbieten.

Interview: Oliver Hein-Behrens

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