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16.08.2013   News
Infopaq Deutschland quittiert den Dienst
 
Der süddeutsche Medienbeobachter Infopaq, Sitz im schwäbischen Kornwestheim, stellt überraschend den Dienst ein. Das geht aus einem Schreiben hervor, das der Anbieter jetzt an seine Kunden verschickt hat.

Der Service werde in den "nächsten Wochen" eingestellt. Dem Vernehmen nach sind die Mitarbeiter am Donnerstag informiert worden, bereits ab Montag wird der Betrieb schrittweise beendet. Der Schritt sei "aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung unseres Unternehmens in den letzten Monaten unumgänglich", schreibt Infopaq-Boss Jacob Meibom in dem Brief an die Kunden - und legt ihnen den Berliner Medienbeobachter Ausschnitt ans Herz, der offensichtlich den Kundenstamm übernehmen wird. Der Ausschnitt-Wettbewerber Landau reagierte bereits auf die Nachricht und reicht wechselwilligen Kunden ebenfalls die Hand.

Zu den Kunden von Infopaq zählen neben Agenturen und zahlreichen Mittelständlern vor allem auch große Unternehmen aus dem Stuttgarter Raum, wo Inofpaq seine Wurzeln hat: Bosch, Carl Zeiss oder auch Porsche standen noch bis mindestens Anfang des Jahres auf der Liste.

Die finanzielle Schieflage des Unternehmens war in der Branche seit langem kein Geheimnis, vor allem nachdem Infopaq bisweilen Zahlungen schuldig blieb. In der Zentrale in Kornwestheim wurden Stellen abgebaut, Teile der Produktion nach Frankfurt/Oder und Osteuropa verlagert. Vor einem Jahr verließ Geschäftsführer Stefan Frohnhoff das Unternehmen.

Infopaq-Chef Meibom, der sein Business mit viel Verve von der Pike aufgebaut hat, gelang es offenbar trotz kreativer Umbauten im Unternehmen nicht mehr das Ruder herumzureißen und seine Investoren zu überzeugen - obwohl er sich diesbezüglich zuletzt immer wieder zuversichtlich geäußert hatte.

Vor wenigen Wochen hatte Meibom für die skandinavische Infopaq-Muttergesellschaft - die auch Bürgschaften für die deutsche Landesgesellschaft übernommen hatte - einen Insolvenzantrag gestellt. Das deutsche Geschäft allerdings sei nicht von dieser Insolvenz betroffen, beteuerte man stets hinter den Kulissen. Zu den Gläubigern von Infopaq dürften die deutsche PMG und Wettbewerber Cision gehören, der vor wenigen Jahren das deutsche Geschäft mit Medienbeobachtung aufgab - und an Meiboms Infopaq veräußerte.
 

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