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Social Media deckt auch in China ein weites Nutzungsspektrum ab.
13.08.2013   News
Chinesen wenden sich von Print und TV ab
 
Online, soziale und mobile Medien verändern rapide die chinesische Medienlandschaft. Während Chinas Printindustrie noch stärker ist als in anderen Ländern, drängen die Online-Medien auf den Markt und sorgen für sinkende Auflagen. Auch die TV-Werbeeinnahmen sanken zuletzt. Dies geht aus dem Whitepaper "Navigating China's Complex Media Landscape" von PR Newswire hervor.

Skepsis wächst

Traditionelle Medien - Print, TV, Radio und Co. - sind in China nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der Medienlandschaft. Doch die wachsende Zahl der netzaffinen Bürger begegnet ihnen zunehmend mit Skepsis; vor allem die jüngere, urbane Bevölkerung informiert sich lieber über das Smartphone, anstatt die Nachrichten in der Zeitung zu lesen.

China verfügt mit derzeit 9.000 Zeitschriften und 2.000 Zeitungen noch über den weltgrößten Printmedien-Markt. In diesem Jahr brach der Umsatz dieser Branche aber erstmals deutlich ein. Die Werbeeinnahmen der gesamten Printindustrie sollen Berichten zufolge unerwartet um acht Prozent gesunken sein. Gleichzeitig buhlen viele der Printausgaben mit Online- und Mobile-Versionen um eine erweiterte Leserschaft.

Online boomt

Anders sehen die Werbeeinnahmen des Fernsehens aus. Die Bedeutung des Fernsehens für den chinesischen Markt ist nicht zu unterschätzen: 97 Prozent der Werbeinnahmen Chinas stammen aus der Fernsehwerbung.

Problematisch sei in diesem Bereich allerdings die Zensur, welche die Programmverfügbarkeit einschränke und jüngere Zuschauer skeptisch werden lasse, heißt es in dem Whitepaper. Auch hier erfolge deshalb die Verlagerung hin zu Onlinequellen, die eine vielfältigere Unterhaltungsform bieten.

Hier sei allerdings nicht zu übersehen, dass Online-Medien ebenfalls klaren Vorschriften von Regierungsseite unterliegen. Da es ihnen größtenteils untersagt ist, auf eigene Faust Nachrichten zu verfassen, fungieren sie eher als Sammler von Inhalten, welche wiederum hauptsächlich aus Zeitschriften und Illustrierten stammen. 

Für PR-Profis heißt dies, so das White Paper von PR Newswire, dass gute Beziehungen zu bestimmten Medien wichtig sind - nämlich denen, die Teil eines gut ausgebildeten Netzwerks sind, das Nachrichten teilt und somit auch online für Verfügbarkeit sorgt.

Social Media für Shopping und Produktempfehlungen

Groß im Kommen in China ist, wenig überraschend, Social Media. Die präsenteste Site ist dabei eine Microblogging-Plattform namens "Weibo", die vergleichbar mit Twitter ist. Im Gegensatz zu den westlichen, von Twitter dominierten Märkten, stehen in China gleich mehrere dieser Plattformen in direkter Konkurrenz zu einander.

Der durchschnittliche Nutzer in China verbringt mindestens 46 Minuten am Tag in sozialen Netzwerken, doch nur 38 Prozent der User geben ihren echten Namen auf diesen Sites an. Im Schnitt folgen Chinas Social-Media-User mindestens acht Marken, und 43 Prozent sind interessiert an den Produkten, die ihre Freunde über soziale Netzwerke mit ihnen teilen. Dabei begründen 38 Prozent ihre Kaufentscheidungen auf Empfehlungen, die sie über soziale Netzwerke erhalten haben.

Mit dem White Paper will PR Newswire PR-Schaffenden einen Leitfaden für die chinesische Medienlandschaft und deren steten Wandel bieten. Der komplette Bericht ist online verfügbar.
 

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