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Torsten Oletzky
24.07.2013   News
Ergo-Boss Torsten Oletzky hat den schlechtesten Ruf
 
Pleite für Torsten Oletzky in der CEO-Reputations-Rangliste, die das "manager magazin" gemeinsam mit der HU Berlin jetzt erhoben hat: Der Ergo-Chef landet unter 100 deutschen Top-Managern auf dem letzten Platz und hat demnach das schlechteste Image.

Über eine zig-Millionen-Kampagne habe Oletzky zwar versucht den Versicherer als seriösen und modernen Dienstleister zu positionieren, die Compliance-Affäre - die lange vor Oletzkys Amtsantritt ins Rollen kam - konterkarierte den Kurs aber. Sie nimmt den CEO offensichtlich in Haftung. Oletzkys Reputation leidet dem Ranking zufolge insbesondere in punkto Glaubwürdigkeit.

Auto-Bosse vorne

Am anderen Ende der Rangliste dominieren die Auto-Manager: Den absoluten Spitzenplatz hat VW-Boss Martin Winterkorn, der in allen Kriterien hohe Werte erreicht hat - knapp vor seinen Kollegen von BMW, Norbert Reithofer, und Audi, Rupert Stadler. Besonders hohe Werte in den Einzelkategorien 'Kommunikationsfähigkeit' und 'Glaubwürdigkeit' zeigt Fielmann-Chef Günther Fielmann, in punkto 'Kommunikationsfähigkeit' nur noch von Axel Springer-Chef Mathias Döpfner übertroffen.

Laut Auswertung zieht der gute Ruf Döpfners auch das im Vergleich dazu schlechte Image seines Arbeitgebers Axel Springer nach oben. Ähnlich gelingt das Brian Sullivan, Chef des Pay-Senders Sky Deutschland, und Bahn-Chef Rüdiger Grube.

Zetsches Ruf belatet Daimlers Reputation

Unter Zugzwang dagegen sehen die Autoren in dieser Beziehung offenbar den Daimler-CEO Dieter Zetsche, der im Ranking "nur" auf Platz 22 landet - obwohl Daimler als Unternehmen eine vergleichsweise gute Reputation habe. Zetsche bleibt dem zufolge hinter den Ruf des Autobauers zurück. Ähnlich ergeht es seinem Branchenkollegen Matthias Müller von Porsche.

Abweichungen nach unten zwischen dem persönlichem Ruf und dem Unternehmensimage haben laut Liste etwa auch die CEOs von Beiersdorf, Tchibo und Siemens-Boss Peter Löscher, der jüngst das Thema anging und einen Wechsel an der Kommunikationsspitze forcierte.

Langer Weg für die Deutsch-Banker

Problematisch ist die Performance der beiden Deutsch-Banker Anshu Jain und Jürgen Fitschen, die diesen Zahlen zufolge dem Ruf ihres Hauses noch hinterher hinken, obwohl der Ruf der ganze Branche ramponiert ist. Allerdings: Während sich Fitschen im Gesamtranking immerhin an die Spitze des letzten Tabellen-Drittels rettet, landet sein Co-Chef Jain nur auf dem drittletzten Platz - knapp vor dem glücklosen Karstadt-Chef Andrew Jennings und eben Ergo-Boss Oletzky. In direkter Nachbarschaft findet sich Martin Blessing von der Commerzbank.

Rund ein Viertel der 100 bewerteten Top-Manager habe einen "katastrophalen Ruf", schreibt das "mm". "Denn wenn die Lücke zwischen dem Ansehen des Konzernchefs und dem Ruf des Unternehmens zu groß wird, dann hat das Kontrollgremium irgendwann gar keine andere Möglichkeit mehr, als den Mann an der Spitze auszutauschen", zitieren die Autoren einen deutschen Aufsichtsrat. Laut Bernd Schwalbach, Professor an der Berliner Humboldt Uni, der die Studie geleitet hat, leite sich die Reputation eines Unternehmens zu 80 Prozent vom Ruf des CEO ab.

Studienleiter Schwalbach hat 1.861 Führungskräfte für diese Untersuchung befragt. Erhoben wurden Kriterien wie Strategische Kompetenz, Durchsetzungsvermögen, Kommunikationsfähigkeit und Glaubwürdigkeit.

Mehr Details zur Hitliste gibt es hier. Das komplette Ranking ist in der aktuellen Ausgabe des "manager magazin" erschienen.
 

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