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News / Hälfte der Deutschen ist unzufrieden mit der Demokratie
Nur die knappe Mehrheit ist überhaupt mit dem politischen System zufrieden, zeigt die Umfrage.
15.07.2013   News
Hälfte der Deutschen ist unzufrieden mit der Demokratie
 
Zwei Monate vor der Bundestagswahl legt eine repräsentative Umfrage von Ketchum Pleon und dem Marktforscher YouGov ein Zerwürfnis zwischen Wählern und dem System der parlamentarischen Demokratie nahe: Nur etwas mehr als die Hälfte der Deutschen (54 Prozent) erklärt sich damit (eher) zufrieden, 46 Prozent bekunden ihren Unmut - sprich sind (eher) unzufrieden.

Dabei steigt die Unzufriedenheit mit sinkendem Haushaltseinkommen: 58 Prozent derjenigen mit einem Einkommen von unter 2.000 Euro netto kreuzten 'unzufrieden' oder 'eher unzufrieden' an - und diese Gruppe stellt immerhin rund 40 Prozent der Befragten.

Zur Ernüchterung über das Systmen gesellt sich ein negatives Image der Politiker, das die Umfrage feststellt: Nur 34 Prozent der Befragten fühlen sich von den im Bundestag vertretenen Parteien repräsentiert, während zwei Drittel sich eher nicht oder überhaupt nicht vertreten fühlen. Hauptgründe: fehlende Transparenz politischer Entscheidungen, mangelnde Bürgernähe, Defizite in der Glaubwürdigkeit und zu große Nähe zu Interessengruppen.

Ungerechte Zustände, Einigekeit in der Steuerfrage

Zur Gerechtigkeitsdebatte: 64 Prozent der Befragten finden, dass es in Deutschland eher ungerecht oder sehr ungerecht zugeht. Speziell die Unterschiede bei Löhnen und Gehältern sowie die Entwicklung des Rentenniveaus werden als Gründe benannt.

Auf die Frage, ab wann ein Berufstätiger in Deutschland reich sei, gaben 62 Prozent der Befragten eine Einkommensgrenze von 100.000 Euro und mehr an. Entsprechend ist hier auch die Grenze, ab der der Spitzensteuersatz greifen sollten - hätten das die Befragten zu entscheiden. 73 Prozent der Befragten stimmten der Aussage "Niemandem sollte mehr als die Hälfte seines laufenden Einkommens durch Steuern und Sozialabgaben genommen werden" zu, mit Mehrheiten von mindestens 60 Prozent in allen politischen Lagern. Spärliche 18 Prozent widersprachen dieser Aussage.

"Das Ergebnis zeigt, dass die Gerechtigkeitsdebatte bisher viel zu eindimensional geführt wird. Es lässt sich nicht so ohne weiteres von der Frage nach Gerechtigkeit auf die Akzeptanz des Umverteilungswerkzeugs Steuerpolitik schließen", kommentiert Thomas Helm, Public Affairs-Chef bei Ketchum Pleon.
 

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