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News / Kunden ignorieren Finanzdienstleister-Postings
Jedes zweite Facebook-Posting von 18 untersuchten Finanzdienstleistern blieb im Analyszeitraum unkommentiert.
02.07.2013   News
Kunden ignorieren Finanzdienstleister-Postings
 
Social Media sind bei Deutschlands Finanzdienstleistern beliebt, sie bauen dort ihre Reichweite stetig aus. Doch ein Manko gibt es: es findet kaum Dialog statt. Dies zeigte eine Analyse von Ketchum Pleon.

Twitter und Facebook sind die beliebtesten Kanäle der Finanzdienstleister, gefolgt von Youtube und Google+. Unternehmensblogs sind weniger vertreten, nur drei der untersuchten Finanzdienstleister setzen hierauf. Rund 42 Prozent der Postings behandeln das aktuelle Marktgeschehen und liefern konkrete Markteinschätzungen.

Nur drei Prozent der Beiträge dienen dagegen der Aufklärung über grundsätzliche Finanzbegriffe – dabei ist dieser Themenbereich laut Ketchum Pleon bei den Nutzern sehr beliebt. Auf Facebook würden diese Beiträge beispielsweise zehnmal häufiger "geliked" als Markteinschätzungen, schreiben die Autoren.

Schnelles Wachstum, wenig Dialog

Innerhalb eines Jahres haben die deutschen Finanzdienstleister es der Analyse zufolge zuletzt geschafft, ihre Facebook-Reichweite um 74 Prozent auszubauen. Die Zahl der Twitter-Follower konnten die Unternehmen um 31 Prozent steigern.

Doch es gelingt den Unternehmen kaum, diese wachsende Zahl an Followern auch zum Dialog zu aktivieren. So bleibe fast jeder zweite Facebook-Eintrag von Finanzdienstleistern ohne Kommentar - bei Google+ seien es sogar 90 Prozent, schreiben die Autoren.

Linkedin & Xing ohne Reichweite

Auch in den Businessnetzwerken sieht es offenbar mau aus. Auf Xing und Linkedin bleiben fachliche Diskussionen eher die Ausnahme, die Themengruppen werden meistens als zusätzlicher Marketingkanal benutzt.

Nur neun Prozent der Beiträge waren als Antwort auf ein Thema verfasst, der Rest bestand aus größtenteils unbeantworteten Themeneröffnungen - und der Großteil der Verfasser trat als Unternehmensvertreter auf. Hier wird Ketchum Pleon zufolge deutlich, dass Privatanleger über diese Kanäle fast gar nicht erreicht werden und die Interaktion deutlich ausgebaut werden könnte.

Die Auswertung von Ketchum Pleon hebt hervor, dass das Reichweitenpotential der neuen Medien bislang kaum von den Finanzunternehmen ausgeschöpft würde. Hier mangele es unter anderem an einer mediengerechten Aufbereitung der Beiträge.

Für die Analyse (hier auf Slideshare) wurden von Ketchum Pleon die Aktivitäten von 57 deutschen Finanzdienstleistern auf Facebook, Twitter, Youtube, Google+ und Blogs untersucht. Ergänzend wertete die Agentur jeweils zwei branchenspezifische Themengruppen in den Business-Netzwerken Xing und Linkedin aus.

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